Als
Weinanbaugebiet bezeichnet man die geographische Region, in der
Wein mit der Bezeichnung des Weinbaugebietes angebaut werden darf.
In bestimmten Regionen eines Landes wächst und gedeiht Wein
und in anderen Regionen des Landes nicht. Die Regionen wurden
im Laufe der Zeit klar definiert. Weinbaugebiete haben die Aufgabe
in ihren Grenzen die Qualität und Lagebezeichnungen zu regeln
und zu überwachen, sowie Gütesiegel zu vergeben. Je
nach Region und der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit, der
Sonneneinstrahlung und nicht zuletzt wegen der Tradition sind
für die einzelnen Weinbaugebiete auch spezifische Rebsorten
typisch.
In Frankreich gibt es nur wenige Regionen,
die das passenden Klima und die Bodenbedingungen für einen
qualitativ hochwertigen Wein haben.
Der Weinbau profitiert Mittelmeer-Klima. Das warme Klima, sowie
die trocknende Wirkung des Mistral. Das Anbaugebiet der Côtes
de Provence erstreckt sich über die Départemtents
Bouches-du-Rhône, Var und Alpes-Maritimes. Eine größere
Rebfläche besitzen die Côtes du Rhône, wovon
der größte Teil in das Département Vaucluse
fällt. Die Appellationen der Côtes du Louberon und
Côtes du Ventoux bilden das Bindeglied der beiden Gebiete.
Die Rotweine sind kraftvoll und geschmeidig. Ebenso vertragen
die Weine einige Jahre Lagerzeit. Die fruchtigen Rosé-
und aromatische Weißweine der Côtes du Provence sollen
eher jung getrunken werden. Langlebig sind die Rotweine von Châteauneuf-du-Pape,
sowie Gigondas, ebenso Bandol und Palette.
Zu den wichtigsten Weinanbaugebieten in Frankreich
gehören Burgund, Bordeaux, Elsass, Rôhnetal, Loiretal,
Champagne, Provence, Languedoc-Roussilon, Jura und Korsika.
Diese Auflistung ist allgemein gehalten, innerhalb
von diesen einzelnen Regionen gibt es Gebiete, die sehr wenig
für den Weinanbau geeignet sind. Andere Gebiete wie zum Beispiel
Medoc in Bordeaux, Chablis und Côte-d'Or in Burgund bieten
die besten Voraussetzungen für den Weinanbau. Zum Beispiel
sind die Vogesen im südlichen Elsass höher als im nördlichen
und sie bieten auf diese Weise mehr Schutz gegen kalte Winde und
Niederschläge. Als Resultat bekommen die Weinanbaugebiete
in der Nähe von Colmar mehr Sonne und unterliegen geringeren
Temperaturschwankungen als die Gemeinden im Departement Bas-Rhin,
was zu besseren Resultaten führt.
Die
Bezeichnung für das Weinanbaugebiet Elsass bezieht sich zum
einen auf eine bereits im Frühmittelalter bezeugte landschaftliche
und politische Entität. Die gesamte Weinanbaufläche
im Elsass beträgt weniger als 14.000 Hektar. Dies ist ein
100 km langer und 3 bis 5 km schmaler Streifen am Osthang der
Vogesen. Die meisten Weinberge befinden sich auf einer Höhe
von gut 200 bis etwa 400 Metern und genießen ein warmes
und sonniges Klima mit weniger als 500 mm Niederschlag pro Jahr.
Im Elsass werden fast ausschließlich Weißweine erzeugt.
Nur rund 5% der Jahresproduktion, das sind immerhin ca. 150 Mio.
Flaschen, sind Rosé- oder Rotweine.
Seit 1962 hat das Elsass das Recht seine besten
Weine mit dem A.O.C.-Siegel zu kennzeichnen. Das A.O.C.-Siegel
ist die höchste Stufe der Qualitätsweine in Frankreich.
Ab 1975 folgte die Appellation "Alsace Grand Cru". Eine
Ehre, sprich Auszeichnung, die nur wenige Weinanbaugebiete im
Land haben. Diese Appellation bringt aber sehr strenge Qualitätskontrollen,
eine Begrenzung der Anbauflächen und die Festlegung der zugelassenen
Rebsorten mit sich. Im Elsass sind folgende Rebsorten zugelassen
Chasselas, Gewürztraminer, Klevner, Muskat, Pinot, Riesling,
Sylvaner und Tokay Pinot Gris. Die Weine, die aus diesen Rebsorten
produziert werden, sind meist trocken und fruchtig. Anders als
im Bordeaux-Gebiet werden fast alle elsässischen Weine aus
einer einzigen Rebsorte erzeugt. Eine Ausnahme bilden der Edelzwicker
und der Crémant d'Alsace.
Das Gebiet Bordeaux liegt im südwestlichen
Frankreich, rund 45 Kilometer vom Meer entfernt, an der Garonne,
die sich in einem weiten Bogen durch die Stadt zieht. Diese Form
einer Mondsichel verhalf der Stadt zum Namen „Port de la
lune“, Hafen des Mondes. Einige Kilometer flussabwärts
vereinigt sich die Garonne mit der Dordogne zum über 70 Kilometer
langen Mündungstrichter der Gironde. Das Weinbaugebiet Bordeaux,
auf französisch Bordelais, ist das größte zusammenhängende
Anbaugebiet der Welt für Qualitätswein. Es gibt hier
etwa 4.000 Châteaux genannte Weingüter, die die weltberühmten
Weine erzeugen. Ein differenziertes System von subregionalen und
kommunalen Appellationen und Klassifikationen schafft unter ihnen
eine qualitative Hierarchie. Die einzelnen Lagen spielen demgegenüber
eine untergeordnete Rolle. Ihre Stelle nimmt das Château
ein, zu dem sie gehören. Typisch für die Region Bordeaux
sind die trockenen, langlebigen Rotweine, die im Médoc
fruchtiger und in Saint-Emilion und Pomerol sanfter und voller
ausfallen. Gut 20 % der Produktion entfällt auf Weißwein.
Die Spitze stellen die edelsüßen Sauternes und Barsac
dar. Die charaktervollsten trockenen Weißweine stammen aus
dem Bereich Graves südöstlich von Bordeaux. Seit 1990
gibt es auch eine Appellation für Schaumwein, den Crémant
de Bordeaux.
Das Loiretal ist ebenfalls eine wichtige Region für den Weinanbau
in Frankreich. Die historische Stadt Le Mans, ist bekannt durch
ihre Rennstrecke, die Strecke liegt auf einem Hügel, der
das Westufer der Sarthe überblickt. Das Chorgestühl
in der Kathedrale des Saint-Julian ist aus dem 12. Jahrhundert
und eines der bekanntesten Frankreichs. Die Buntglasfenster aus
dem 13. und 14. Jahrhundert sind beeindruckend. Das Loiretal ist
auch dank seiner Schlösser weit über die Grenzen bekannt.
Hier im Loiretal befinden sich Weinanbaugebiete, die nicht weniger
berühmte Weine hervorbringen.
Zu den klassischen Weinanbaugebieten dieser Region zählen,
Anjou, Muscadet, Sancerre, Saumur und Touraine.
Die unterschiedlichsten Klima- und Bodenbedingungen in diesen
Gebieten machen das Loiretal zu einer der vielseitigsten Weinanbauregionen
Frankreichs. Neben den hervorragenden leichten und fruchtigen
Weißweinen werden hier ebenfalls ausgezeichnete Rot-, Rosé-
und Schaumweine erzeugt.
Die
geographische Mitte Frankreichs von Chartres bis Châteauroux
und von Tours bis Bourges umfaßt die Departements Eure-et-Loir,
Loiret, Loir-et-Cher, Indre, Indre-et-Loire und Cher. Bezieht
man die westliche Loire-Region mit ein, müssen die Departements
Loire-Atlantique, Vendée, Maine-et-Loire und Mayenne hinzugezählt
werden. Vendée und Loire-Atlantique teilen sich einen wunderschönen,
wilden Küstenstrich mit der Bretagne.
Das Armagnac ist eine alte Provinz im Herzen
der Gascogne. Heute liegt sie vor allem im Département
Gers und im Osten des Départements Landes. Hauptort des
Armagnac ist Auch. Die Landschaft ist weltweit wegen des Branntweins
Armagnac bekannt. Armagnac ist hier zu Lande ein Synonym für
edlen französischen Weinbrand. Doch der stille Landstrich
hat weitaus mehr zu bieten als Weinberge und Destillen. In der
Provinz findet man mittelalterliche Dörfer mit bezaubernden
Plätzen, an denen man üppig speisen und dazu natürlich
in aller Ruhe und Gemütlichkeit einen reifen, aromatischen
Armagnac genießen kann. Nirgends lässt sich ein Gläschen
Armagnac besser genießen als auf der Place Royale in dem
winzigen Dörfchen Labastide d´Armagnac.
In fast allen Dörfern und Städten
des Armagnac herrscht die Gangart, sprich der Trott, der französischen
Provinz. In den Restaurants unter den Arkaden versammeln sich
mittags die Einheimischen und trinken zum schlichten Menü
eine Karaffe Rotwein. Die Fensterläden sind fast überall
geschlossen, auch der kleine Laden mit Armagnacflaschen im Schaufenster
macht Mittagspause. Nicht einmal die versprengten deutschen oder
englischen Touristen können an dieser provinziellen Trägheit
nichts ändern.
Die Region Burgund liegt im Zentrum Frankreichs.
Die Region hat eine Fläche von rund 31.740 km2. Regionalhauptstadt
ist Dijon. Das Territorium der Region entspricht etwa dem des
früheren Herzogtums Burgund. Dijon befindet sich im Osten
Frankreichs mit rund 150'000 Einwohnern. Sie ist Hauptstadt des
Départements Côte-d'Or und die historische Hauptstadt
der Region Burgund. Sie liegt am Westrand der Saône-Ebene
und am Fuß der nördlichen Ausläufer der Côte;
durch die Stadt fließt die Ouche, außerdem liegt sie
am Canal de Bourgogne, der die Stadt mit der Saône verbindet.
Die Region Burgund ist wahrscheinlich die
wichtigste französische Weinanbauregion, aus der einige der
berühmtesten Weine der Welt kommen. Sie sind unter der Sammelbezeichnung
Burgunder bekannt. Die Rebfläche ist relativ groß,
ca. 40.000 Hektar und doch wird der Wein nur aus 4 Rebsorten erzeugt.
Die Gesamtfläche ist in mehrere Tausende große und
kleine Weinberge aufgeteilt, die sich durch ihr Klima, ihren Boden
und ihre Lage voneinander unterscheiden. Dadurch ergeben sich
erhebliche Qualitätsunterschiede bei den Burgundern. Geografisch
präzisere Angaben zu einem Anbaugebiet sagen schon mehr über
die Qualität des Weins aus, besonders wenn es um die zugelassenen
AOC-Gebiete geht Chablis, Côte d'Or, Côte Chalonnais,
Mâconnais und Beaujolais.
Das
Weinbaugebiet Rhone gilt als die älteste Weinregion in Frankreich.
Aus dem ca. 200 km langen Teilstück der Rhône zwischen
Vienne und Avignon, Frankreich, kommen eine ganze Reihe hochwertiger
Weine. Die gesamte Rebfläche beträgt ca. 59.000 ha,
die Weinproduktion beläuft sich auf mehr als 2,9 Millionen
hl/ Jahr. Der Fluss die Rhône bahnte sich den Weg zwischen
dem Zentralmassiv auf der einen und den Ausläufern der Alpen
auf der anderen Seite. Im Norden überwiegt die Granitunterlage
vulkanischen Ursprungs aus dem Zentralmassiv. Dieser Boden sorgt
für eine gute Drainage. Die Reblagen sind in der Regel in
den Steilhängen der Region zu finden, die weniger durch Nebel
und Frost gefährdet sind. An vielen Stellen sind die Weinberge
terassiert. Im Süden wird das Tal deutlich breiter. Die Unterböden
sind aus Kalkstein, Sand und Lehm. Im Mutterboden haben die Gletscher
Steine hinterlassen. Diese Steine unterstützen die Drainage
und speichern die Wärme.
Im Norden der Region Rhone herrscht ein kontinentales
Klima mit einem warmen Frühjahr und einem heißen Sommer.
Die Temperaturen steigen jedoch nicht zu hoch. Dies ist das ideale
Gebiet für die Rebsorte Syrah, Hermitage und Cote Rotie zählen
zu den großen Weinen der Welt.
Die Weinanbaugebiete im Rhônetal sind Côte Rôtie,
Condrieu, Château-Grillet, Crozes-Hermitage, Hermitage Cornas,
Saint-Péray, Tavel und Lirac.
Hier im Rhonetal werden hauptsächlich Rotweine erzeugt. Der
Qualität nach sind sie mit den Bordeauxweinen oder den Burgundweinen
vergleichbar. Die Rotweine des Rhônetals haben eine dunkelrote
Farbe und einen intensiven Geschmack. Sie brauchen relativ viel
Zeit zur Reifung, besonders wenn sie aus den nördlichen Gebieten
kommen. Die Weißweine aus diesem Gebiet sind eher selten.
Ihr Anteil beträgt kaum 13 bis15% der gesamten Weinproduktion.
Sie haben einen originellen Charakter, da für ihre Erzeugung
hauptsächlich die einheimischen Rebsorten verwendet werden.
Im Languedoc-Roussillion befindet sich die
größte Weinanbaufläche Frankreichs. Rund 40% der
gesamten Weinanbaufläche. Die Menge des produzierten Weins
ist ebenfalls sehr hoch, mehr als 20 Mio. Hektoliter pro Jahr.
Es werden fast ausschließlich Rot- oder Roséweine
produziert.
Die Quantität lässt sich selten mit der Qualität
vereinbaren. Das trifft leider auch auf die "Vins de Midi"
zu, die zum größten Teil als einfache Land- oder Tafelweine
in den Handel kommen. Dies bedeutet aber nicht, dass in der Region
Languedoc-Roussillion keine Qualitätsweine erzeugt werden.
Die folgenden Weine aus dem Languedoc-Roussillion tragen das AOC-Siegel.
Der Blanquette de Limoux, der Clairette de Bellegarde, der Clairette
du Languedoc, der Collioure, der Corbières, der Coteaux
du Languedoc, der Côtes du Roussillon, der Côtes du
Roussillon-Villages, der Faugères, der Fitou, der Limoux,
der Minervois, der Muscat de Frontignan, der Rivesaltes, der Saint-Chinian
und noch einige andere Namhafte Weine.
Im
Südosten von Frankreich liegt die Landschaft der Provence..
Die Provence liegt am Mittelmeer zwischen dem Rhônetal und
Italien. Im Norden des Landes liegt die Landschaft Dauphiné
in der Region Rhône-Alpes. Die Landwirtschaft in der Provence
ist mediterran geprägt, eine besondere Bedeutung haben der
Gemüse- und Obstanbau. Bekannte Produkte sind Kirschen, Pfirsiche,
Aprikosen, sowie Mandeln und die Cavaillon Melonen.
Eines der wohl ältesten und traditionsreichsten
Weinanbaugebiete in Frankreich ist die Provence. In der Provence
werden zum überwiegenden Teil Roséweine erzeugt. Die
Weißweine der Provence, dass sind nur ca. 10% der Gesamterzeugung,
sind eher selten, daher sind sie noch kostbarer.
Eher selten sind die Weißweine aus der Provence, nur knapp
10% der Gesamterzeugung, daher sind die Weine auch kostbarer.
Die bekanntesten Weinanbaugebiete der Provence sind Bandol, Bellet,
Cassis, sowie Coteaux d'Aix-en-Provence, ebenso Côtes de
Provence und Palette. Die Weine werden aus speziellen Rebsorten
erzeugt. Rotweine aus den Sorten Cabernet Sauvignon und Carignan,
Cinsault, Grenache, sowie Mourvèdre, Syrah und Tibouren.
Spezielle Rebsorten der Weißweine sind Clairette, Sémillon
und Ugni blanc.
Der Name Armagnac ist eine geschützte
Bezeichnung für in der Gascogne in Frankreich hergestellten
Weinbrand. Armagnac ist die älteste bekannte französische
Spirituose und kontrollierte Ursprungsbezeichnung gemäß
den Europäischen Begriffsbestimmungen für Spirituosen.
Armagnac wird im Gegensatz zu Cognac in einem kontinuierlichen
Brennverfahren nur einmal destilliert, also nicht rektifiziert.
Danach folgt für 3-20 Jahre die Lagerung in Eichenholzfässern.
Der Cognac ist ein nach der französischen Stadt Cognac und
deren umliegenden Weinbaugebiet benannt. Hergestellt wird er aus
Weißweinen.
Die Stadt Cognac ist eine französische
Stadt im Département Charente 120 km nördlich von
Bordeaux. Cognac ist für seinen Weinbrand Cognac berühmt.
Zahlreiche der dort ansässigen Cognac-Produktionsstätten
können besichtigt werden.