Gutes
Benehmen bei Tisch vorweisen zu können, macht auch heute
beim Gastgeber einen guten Eindruck. Man bekommt von Jemandem
mit entsprechender Tischkultur einfach das Gefühl vermittelt,
dass diese Person allgemein gute Umgangsformen hat und die Einladung
auch zu schätzen weiss. Selbst wenn die Tischsitten bei der
jüngeren Generation als konservativ betrachtet werden, erfahren
sie eine beispiellose Renaissance gerade im offiziellen Bereich.
Im Berufsleben spielen diese kleinen und feinen Details eine wichtige
Rolle. Wer eine gute Tischkultur beherrscht fühlt sich in
fremder Umgebung einfach sicherer.
Wie verwendet man Besteck?
Wenn man bei Tisch sitzt und gespeist werden
soll, ist es grundsätzlich so, dass dafür Besteck oder
sonstiges Esswerkzeug verwendet wird, sofern man gewisse Nahrungsmittel
wie Brot, Hähnchenkeulen oder Austern nicht mit der Hand
verzehrt.
Bei der Wahl des gedeckten Bestecks wird die Menüfolge beachtet.
Für ein mehrgängiges Menü gilt bei der Verwendung
des Bestecks von außen nach innen d.h. mit dem zu beginnen,
das den größten Abstand zum Teller hat. Dabei dürfen
für den Gast rechts nicht mehr als vier und links nicht mehr
als drei Teile liegen. Oberhalb des Tellers wird das Dessertbesteck
platziert. Für spezielle Speisen wie ein Sorbet werden die
mitservierten Bestecke verwendet.
Ähnliches gilt bei Aufstrichen, für die man ein kleines
Messer nimmt, welches auf einem Brotteller mitserviert wird.
Ist der Gast ein Linkshänder ist es nicht unhöflich,
wenn dieser das Besteck auf die linke Seite umlegt. Höflicher
ist es vom Gastgeber im Vorfeld, dieses bereits zu umlegen, wenn
er weiß, dass ein Gast Linkshänder ist.
Zur Vermeidung des sogenannten Griff-Fehlers sollte das Besteck
nicht unten sondern weiter oben am Griff angefasst werden, da
es ansonsten so aussieht als bräuchte man sehr viel Kraft
beispielsweise beim Schneiden von Fleisch.
Um die Gabel richtig zu halten, muss beim Schneiden die Wölbung
nach oben, allenfalls nach dem Abschneiden darf diese nach unten
zeigen. Sieht das anders aus und zeigen die Zinken bei einer Gabel
nach oben, dann spricht man von einem Bleistift-Fehler, da das
Besteck benutzt wird, als ob es sich um Schreibgeräte handeln
würde.
Beim Messer ist zu beachten, dass man es nur lautlos zum Gegenhalten
einer Speise mit der Gabel verwenden sollte und nicht zum Kratzen
von Speiseresten auf dem Teller, was man als Geräusch-Fehler
bezeichnet. Auch sollte es während des Essens nicht gesäubert
werden, auch nicht an der Messerklinge mit der Gabel, wobei man
dabei von einem Putz-Fehler spricht.
Außerdem ist das Messer nicht als Instrument zu betrachten,
das man zum Mund führt und abschleckt, was als Fauxpas und
Schleck-Fehler gilt. Sowohl für Messer als auch für
Gabel sollte man noch erwähnen, dass man beide nicht zum
Gestikulieren oder gar als Drohgebärde verwenden sollte.
Wohin mit dem Besteck nach dem Essen?
Sofern man mit dem Essen noch nicht fertig
ist und man nur eine kurze Pause macht, überkreuzt man das
Besteck auf dem Teller. Hat man das Essen abgeschlossen, legt
man Messer und Gabel parallel auf die rechte Seite des Tellers.
Dabei liegt die Gabel mit der Wölbung nach unten, das Messer
dahinter, wobei die Schneide zur Gabel zeigt.
Wohin mit der Serviette?
Beim Servieren des ersten Ganges legt man
sich die Serviette auf den Schoß. Bevor man die Serviette
auf den Schoß legt, wird diese in eine entsprechende Form
gebracht. Dabei wird sie zu einem Drittel eingeschlagen, wobei
der Knick zu einem selbst zeigt. Vermeiden möchte man dadurch,
dass die Serviette abwandert.
Neben der Verwendung beim Essen, wird die Serviette auch vor dem
Trinken eingesetzt, indem es sich empfiehlt, sie zum Abtupfen
des Mundes heran zu ziehen.
Nach dem Essen wird die Serviette ob nun aus Stoff, Zellstoff
oder Papier locker zusammen gelegt und neben dem Teller gelegt,
eine Serviette auf den Teller zu legen gilt als Fauxpas.
Tisch/Benimmregeln:
Überaus wichtig ist das richtige Sitzen
am Tisch. Dieses sollte von der Haltung her gerade sein und dem
Gesprächspartner gegenüber so aussehen, dass man diesem
aufmerksam zuhört.
Was man als absolutes Tabu bezeichnet ist, wenn man die Ellbogen
aufstützt und über dem Tisch lümmelt.
Während des Essens darf man Brötchen nur in kleinen
Stücken essen, die man abbricht und mit einem kleinen beiliegenden
Messer mit Butter garniert. Auf keinen Fall wird ein Brötchen
geschnitten und bestrichen.
Ansonsten sollte man beim Essen, auch bei Fleisch kleine Stückchen
abschneiden und diese essen, nicht schlingen und auch nicht das
Essen quetschen.
Beim Trinken sollte man immer den Wein trinken, der gerade serviert
wird, selbst wenn zuvor ein anderer verwendet wurde und von diesem
noch etwas übrig ist. Die Weingläser werden beim Trinken
am Stiel gefasst.
Was man am Tisch vermeiden sollte ist, Essensreste mit dem Zahnstocher
zu entfernen oder dass Damen ihr Make-up erneuern. In beiden Fällen
sollte man sich dezent auf eine Toilette zurückziehen.
Erscheint ein Bekannter, ist es vor allem im geschäftlichen
Bereich erwünscht, dass sowohl Männer als auch Frauen
aufstehen.
Wie wird serviert?
Serviert wird in der Regel rechts vom Gast,
wobei es sich schickt, dass das Bedienungspersonal die unbenutzte
Hand mit dem Handrücken auf den Rücken legt.
Weine werden erst nach einem Schluck befüllt, damit der Gast
diesen zuerst degustieren kann, es sei denn, es handelt sich um
ein Bankett oder um eine Großveranstaltung, wo ein Sommelier
diese Aufgabe übernimmt.
Ein Wechsel der Gläser erfolgt von dickbauchigen Rotweingläsern
zu kleineren Weißweingläsern. Das Servieren des Weines
erfolgt in der gehobenen Gastronomie mit umwickelter Serviette
der Flasche. Gefüllt werden kleine Gläser nur zu zwei
Dritteln, ansonsten ganz.
Das Abräumen der Speise darf normalerweise nicht stattfinden,
solange der Gast noch konsumiert, da dies als Beleidigung betrachtet
werden kann.
Wann/Wer beginnt mit Essen und Trinken?
Es gilt als traditionelle Regel, dass der
Gastgeber beziehungsweise die Gastgeberin das Essen beginnt, was
im übrigen auch im Restaurant der Fall ist. Das Gleiche gilt
für das Trinken, der Gastgeber eröffnet durch einen
Toast die Getränkerunde.
Höflichkeitshalber wird gewartet bis alle Gäste den
ersten Gang serviert bekommen haben, auch wenn es kein gemeinsames
Menü sondern verschiedene Gerichte gibt.
Da die Speisen der Reihenfolge nach serviert werden, kann diese
bei den zuerst Bedienten kalt werden bis offiziell mit dem Essen
begonnen wird. Daher bietet es sich für den Gastgeber an,
den bereits Versorgten anzubieten, doch gleich mit dem Essen anzufangen.
Wann bringt man Gastgeschenke mit?
Abhängig vom Charakter der Einladung
spielt diese eine entscheidende Rolle, ob man als Gast ein Geschenk
mitbringen soll oder es nicht notwendig erscheint.
Sofern es sich um eine öffentliche und anonyme Veranstaltung
handelt wie dies bei einer Vernissage oder einem Empfang der Fall
ist, bringt man normalerweise kein Geschenk mit.
Hat man jedoch eine private Einladung bei Freunden oder Bekannten
erhalten, bietet es sich
an, dass man dort nicht mit leeren Händen erscheint, sondern
als Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit ein Gastgeschenk
besorgt.
Bei den Gastgeschenken sind generell solche empfehlenswert, die
nicht zu groß oder zu kompliziert sind und die vom Gastgeber
problemlos untergebracht werden können. Geschenke mit persönlicher
Note oder passend zum Hobby des Gastgebers machen sich durchaus
ganz gut. Geeignet sind auch immer die Klassiker wie Wein, Pralinen
oder ein Blumenstrauß. Bei letzterem bietet es sich sogar
an, diese schon vor dem Besuch durch einen Boten zustellen zu
lassen, um dem Gastgeber möglicherweise zu viele Blumen auf
einmal zu ersparen.