Rindfleisch
Wer schätzt es nicht: ein saftiges Steak oder einen gut abgehangenen
Rostbraten. Doch vor dem Genuss sollte man einige Regeln zum Thema
Rindfleisch kennen und sich von der guten Qualität des Fleisches überzeugen.
Bevor man sich ans Einkaufen und Kochen macht, sollte man zunächst
einen Blick auf die Nährwerte dieser Fleischsorte werfen.
Denn
Rindfleisch hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich (und
das im positivem Sinne):
gemessen pro 100g Fleisch:
Bezeichnung |
Eiweiß |
Kohlenhydrate |
Fett |
kJ |
kcal |
Rindfleisch (sehr
mager) |
22 |
0 |
2 |
464 |
111 |
Rindfleisch (mager) |
15 |
0 |
11 |
723 |
173 |
Rindfleisch (mittelfett) |
15 |
0 |
18 |
996 |
238 |
Rindfleisch (fett) |
14 |
0 |
24 |
1226 |
293 |
Es ist als unmittelbar ersichtlich: Rindfleisch
ist ein wertvoller Nährstofflieferant. Die aus ernährungswissenschaftlicher
Sicht wichtigen Nähr- und Inhaltsstoffe wie Eiweiß,
Fett, Mineralstoffe und Vitamine sind im Rindfleisch in einem
ausgewogenen Verhältnis vorhanden.
Die folgenden Teilstücke eignen
sich ganz besonders für zarte Steaks:
Hochrippe: Der von feinen
Fettadern durchzogene obere Teil der Rippe junger Rinder ist sehr
saftig und wird daher als Steakfleisch angeboten.
Filet: Die Filetstücke
oder auch Lende genannten Teile liegen unterhalb des Rückens
des Tieres. Es ist das feinste Stück des Rinderfleisches
und eignet sich deshalb hervorragend für Kurzgebratenes.
Roastbeef: Die berühmten
T-Bone-Steaks werden aus dem zarten Roastbeef des Rückenbereiches
gewonnen.
Oberschale: Die Oberschale
oder auch Kluft ist ebenfalls ein zartes Fleisch aus dem oberen
Teil der Hinterbeine.
Desweiteren werden noch Teile vom Nacken,
Fehlrippe, Bug, Schaufelstück, falsches Filet, Brustspitze,
Ochsenbein, Brustkern, Querrippe, Spannrippe, Bürgermeisterstück,
Unterschale und Ochsenschwanz unterschieden. Alle diese Teile
eignen sich ebenfalls hervorragend für die unterschiedlichsten
Speisen von der nahrhaften Eintopfeinlage bis zum saftigen Bratenstück.
Grundsätzlich kann gesagt werden: Die zartesten Fleischstücke
stammen beim Rind vom Rücken und der Innenseite der Keule.
Je stärker die Muskeln des Tieres beansprucht wurden, um
so gröber sind die Fleischfasern. Bei der Zubereitung benötigt
kurzfaseriges Fleisch weniger Garzeit als grobfaseriges.

Quelle: Sopexa Deutschland:Charoluxe
Die Qualität des
Rindfleischs hängt generell vom Alter des geschlachteten
Tieres, dessen Gewicht und selbstverständlich von der Art
der Aufzucht der Schlachttiere ab. Das Fleisch von Rindern aus
artgerechter Haltung wird gegenüber der konventionellen
Massentierhaltung wohl dauerhaft einen Qualitätsvorsprung
aufweisen.
Bevor das Fleisch allerdings schmackhaft weiterverarbeitet werden
kann und vor allem auch die zarte Konsistenz aufweisen kann,
die für ein gutes Stück Rindfleisch charakteristisch
ist, muss das Fleisch zuvor gereift sein. Diesen Prozess, das
Abhängen von Fleisch nach der Schlachtung, auch genauer
als Fleischreifung bezeichnet, ist entscheidend für die
Zartheit des fertigen Produktes. Je älter das geschlachtete
Tier war, desto fester sind die Muskelfasern des Fleisches und
desto zäher ist dieses nach der Schlachtung. Durch das
Abhängen lösen sich die kräftigen Muskelfasern
auf und das Fleisch wird zart und saftig und es entstehen gleichzeitig
Geschmacksstoffe, die das typische Rindfleischaroma bewirken.
Diese Reifung dauert typischerweise mindestens zwei Wochen.
Temperatur, pH-Wert und Zeit spielen bei diesem
Reifungsprozess eine wichtige Rolle. Werden die Fleischsstücke
nach der Schlachtung zu rasch oder zu langsam gekühlt, bevor
die Totenstarre vollständig eingetreten ist, kommt es zu
Muskelverkürzungen und das Fleisch wird zäh. Bei der
Fleischreifung ist der pH-Wert ein Maß für die Milchsäuremenge,
die durch den Abbau der Glykogenvorräte gebildet wurde. Der
Muskel eines lebendigen Tieres hat einen pH-neutralen-Wert von
7,2. Die Säuerung nach der Schlachtung hemmt eine Reihe von
Bakterien am Wachstum und führt zur Bildung von erwünschten
Geschmackskomponenten. Je nachdem, wie schnell der pH-Wert nach
dem Schlachten absinkt, tritt mehr oder weniger Wasser als Tropfsaftverlust
aus. Bei der Reifung steigt der pH-Wert durch die Spaltprodukte
aus dem Eiweißabbau wieder leicht an, und damit nimmt das
Safthaltevermögen erneut zu. Zusätzlich bieten sich
als Zartmacher für das Bindegewebe auch sogenannte Marinaden
an.
Viele Metzger versuchen das Abhängen
mit einer Vakuumverpackung zu umgehen. Dadurch reift das Fleisch
aber im eigenen Saft in der Tüte und das Produkt kann schneller
in den Handel gelangen.
Ein wichtiges Merkmal für die Qualität
eines Stückes Rindfleisch ist auch die sogenannte Marmorierung.
Dieser Begriff bezeichnet die Verteilung des Fettgewebes innerhalb
des Fleisches. Fettgewebe befindet sich sowohl als Fettauflage
auf dem Fleisch, verteilt sich aber auch innerhalb des Fleisches.
Innerhalb des Fleisches entsteht durch einen hohen Fettanteil
wegen der farblichen Unterschiede zwischen Fett und Muskelgewebe
eine sichtbare Struktur des Fleisches. Diese erinnert optisch
an die farbliche Strukturierung von Marmor. Je gleichmäßiger
diese Marmorierung ausfällt, desto hochwertiger und zarter
ist das zubereitete Fleischstück.
Weiterhin sollte man beim Einkaufen beachten,
dass das Fleisch eine sattrote Farbe haben muss, denn je älter
das Tier war, desto dunkler ist das Rot. Das Fleisch sollte über
einen frischen Geruch verfügen und nach dem Anschneiden müssen
die entstandenen Schnittflächen glänzen und bei einem
Fingerdruck ins Fleisch diesen bald wieder ausgleichen.
Das Fleisch sollte nach dem Einkauf ausgepackt
werden und zugedeckt in einer Schüssel aufbewahrt werden.
Alternativ hält sich Rindfleisch maximal 2 Monate in der
Tiefkühltruhe. Im Kühlschrank muss das Fleischstück
an der kältesten Stelle lagern ? dies ist in der Regel im
obersten Fach bzw. in der Nähe des Verdampfers. Die Fleischstücke
sollten möglichst langsam, d. h. schonend aufgetaut werden.
Dies geschieht entweder bei Zimmertemperatur oder aber über
Nacht im Kühlschrank. Bei einem schnellen Auftauen geht zu
viel Fleischsaft verloren was zur Folge hat, dass der Braten bei
der Zubereitung trocken wird. An- oder aufgetautes Fleisch muss
grundsätzlich schnell weiter verarbeitet werden, da es leichter
verdirbt als Frischfleisch. Ein nochmaliges Einfrieren ist nicht
empfehlenswert.
Rindfleisch sollte immer vor dem Zubereiten
bzw. Erhitzen gewürzt bzw. gesalzen werden, damit die sich
beim Braten schließenden Poren die Geschmacksstoffe mit
aufnehmen.
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