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Reis
ist eine Beilage, dessen Vielseitigkeit in Deutschland häufig
unterschätzt wird. Vor allem aus dem asiatischen Raum stammt
eine Unmenge von leckeren Reisgerichten. Aber auch wer nicht für
die asiatische Küche schwärmt, könnte theoretisch
länger als einen Monat lang jeden Tag ein anderes Reisgericht
kochen.
Zuerst einmal passt gekochter Reis zu unglaublich
vielen Saucen, vor allem zu solchen die Fleisch, Fisch und/oder
Gemüse oder Meeresfrüchte enthalten. Currysauce, Hühnerfrikassée
und Rattatouille sind nur einige Auswahlmöglichkeiten. Gekochter
Reis lässt sich auch unglaublich gut braten und in der Pfanne
oder im Wok mit anderen Zutaten mischen, so dass eine unvergessliche
Reispfanne entsteht. Auch köstliche Risottos sind wohl jedem
ein Begriff. Aber das ist noch nicht alles. Wenn es vielleicht
auch nicht so bekannt ist, kann man Reis auch für Suppen
und Aufläufe verwenden. Versuchen Sie sich z.B. einmal an
einem Spinat-Reisauflauf. Auch im Salat kann man Reis als Zutat
benutzen. Und mit dem asiatischen Klebreis kann man zusammen mit
rohem Fisch oder Avocados ein tolles Sushi zaubern.
Reis(Oryza sativa) gehört zur Familie
der Getreidegräser. Nach der Blüte dauert es 30-40 Tage
bis dieser reif ist. In dieser Zeit entwickelt sich das Korn mitsamt
seinen wichtigen Inhaltsstoffen, von denen sich die meisten in
den verschiedenen Schichten des sogenannten Silberhäutchens
befinden, das aus Frucht- und Samenschale sowie der proteinhaltigen
Aleuronschicht. Etwa 8000 Reissorten gibt es heute weltweit, wobei
sich die Hauptproduktion zu 90% auf Asien beläuft. Reis ist
aber nicht gleich Reis, auch wenn alle relevanten Sorten - bis
auf Wildreis - zur gleichen Art gehören. Reis teilt man generell,
den jeweiligen Körnerformen entsprechend, in Rund-, Mittel-
und Lankornreis ein. Von diesen 3 Typen wiederum gibt es klebende
und nicht klebende Sorten, welche sich durch ihre Stärkezusammensetzung
unterscheiden.
Welche Reissorten gibt es?
Klebereis, auch Wachsreis genannt, enthält
viel Amylopektin, eine Stärkesorte, die nicht wasserlöslich
ist, aber extrem viel Flüssigkeit aufnehmen kann. Kocht man
Klebereis in Wasser, kann er zu einer gallertartigen Masse verkleben.
Dies macht man sich vor allem für puddingartige Süßspeisen
zu Nutze. Als Beilage etwa wird er aber meist nur gedämpft.
"Normaler Reis" dagegen enthält
weniger Amylopektin, dafür verhältnismäßig
mehr Amylose, eine in heißem Wasser lösliche Stärkesorte.
Sie wird beim Kochen aus dem Korn gelöst und kann daher die
Kochflüssigkeit cremig binden - eine Eigenschaft, die man
für einfachen süßen Milchreis ebenso nutzt wie
für köstliche italienische Risottospezialitäten.
Beim
Reis unterscheidet man auch verschiedene Angebotsformen, findet
man Körner mitsamt der nährstoffreichen Schale und dem
Keimling im Handel so spricht man von Naturreis oder besser von
unpoliertem Reis. Häufiger aber werden die Körner in
Reismühlen von der Schale befreit und poliert, so dass sie
makellos weiß sind. Dabei gehen zwar viele Inhaltsstoffe
verloren, doch lässt sich geschälter, Reis länger
aufbewahren, er wird nicht so schnell ranzig, da die fettreichen
Bestandteile weitestgehend entfernt wurden.
Eine weitere Angebotsform ist der Parboiled Reis.
Er nimmt eine Zwischenstellung zwischen Naturreis und weißem
Reis ein. Denn bei ihm werden durch ein besonderes hydrothermisches
Verfahren die in den Randschichten des Korns befindlichen Nährstoffe
in das Innere der Körner befördert. Dadurch bleiben
die Nährstoffe zu etwa 80% erhalten.
Genauso breit wie die Angebotsformen ist die Möglichkeit
der Garverfahren. Wasserreis- der Reis gart in kochendem Salzwasser.
Ist er gar, wird er abgeschüttet und dampft, nach Belieben
auf einem Backblech verteilt und mit Butter besetzt, im Ofen bei
100°C noch etwas aus.
Beim
Quellreis(Absorptionsmethode) wird der Reis mit
Wasser kalt aufgesetzt und zum Kochen gebracht. Dann simmert er
weiter, bis er genügend Wasser aufgenommen hat. Dieses Ausquellen
funktioniert auch gut im Ofen. Reis für Pilaws wird entweder
wie Risottoreis zubereitet oder er kommt direkt in kochende Flüssigkeit
und quillt darin bei schwacher Hitze langsam aus. Gedämpfter
Reis ist relativ zeitaufwendig, diese Garmethode ist relativ zeitaufwendig
und wird vor allem in Asien insbesondere für Klebereis, angewendet.
Risottoreis - dafür wird Rundkornreis in
Fett unter Rühren glasig geschwitzt. Dann kommt die heiße
Garflüssigkeit nach und nach dazu, stets etwas mehr als der
Reis aufnimmt. Stärke, die sich aus den Körnern löst
sorgt für die Bindung. Beim Milchreis kommt der Reis zunächst
wie Wasserreis in die kochende Flüssigkeit und quillt anschließend
bei reduzierter Hitze mehr oder weniger aus. Naturreis verlangt
beim Kochen ein wenig mehr Zeit als weißer Reis, denn das
Silberhäutchen wurde nicht weggeschliffen und schützt
somit den Mehlkörper vor eindringendem Kochwasser.
Die grundlegene Zutat für alle Arten von Sushi
ist ein spezieller japanischer Rundkornreis.
Im Unterschied dazu ist das Vermengen des gekochten Reises mit
einer Mischung aus hellem Reisessig, Salz und Zucker ein Muss
bei der Vorbereitung von Sushi-Reis.
Zubereitung von Sushireis:
Für ca. 700g (4-6 Personen) gegarten Reis benötigt man
300g japanischen Rundkornreis, 4EL Reisessig, 1 1/2 TL Zucker,
1 1/2 TL Salz.
1. Den Reis in einem Sieb unter fließendem Wasser waschen,
bis das Wasser klar abläuft. Etwa 1 Stunde abtropfen lassen.
2. In einem Topf mit fest schließendem Deckel 360ml Wasser
mit dem Reis zum Kochen bringen.Hitze reduzieren, Deckel auflegen,
den Reis bei geringer Hitze 15 min garen.
3. Reis vom Herd nehmen, 2 Lagen Küchenpapier zwischen Topf
und Deckel klemmen und den Reis 10-15 min ausdampfen lassen, Reisessig
mit Zucker und Salz erwärmen bis sich der Zucker gelöst
hat.
4. Reis in ein flaches hölzernes Gefäß füllen,
mit Holzspatel Essigmischung unterarbeiten.
5. Reis bis zur Verwendung mit feuchtem Tuch abdecken.