Die
meisten Diäten versprechen eine enorme Gewichtsreduktion
in nur kürzester Zeit und das garantiert ohne dass der Betreffende
allzu viele Entbehrungen und Einschränkungen erleiden muss.
Was verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass je schneller man
seine überflüssigen Pfunde verliert, umso schneller
sind sie in der Regel auch wieder da. Nachher ist der Frust über
diesen Jo-Jo-Effekt bei den Übergewichtigen dann umso größer.
Außerdem basieren in den meisten Fällen die Diäten
auf den gänzlichen Verzicht irgendwelcher lebensnotwendigen
Nährstoffe. Diese Einseitigkeit ist sehr bedenklich und auf
Dauer nicht durchzuhalten, will man keine ernsthaften gesundheitlichen
Folgeschäden in Kauf nehmen.
Die Pfundkur dauert 10 Wochen
Eine der wenigen Ausnahmen bildet dagegen die so genannte Pfundskur.
Sie gehört zu den wenigen Diäten, die nicht den schnellen
Erfolg versprechen, sondern eher an die Geduld und an das Durchhaltevermögen
der betreffenden Personen appellieren.
Die Pfundskur wurde von dem deutschen Ernährungspsychologen
Prof. Dr. Pudel aus Göttingen entwickelt. Dr. Pudel vertritt
die Ansicht, dass die Ursache von Übergewicht vor allem an
den grundsätzlich falschen Essgewohnheiten liegt. Und dies
gilt es zu ändern. Das bedeutet, dass das Essverhalten des
Betreffenden grundsätzlich umgestellt werden muss, soll der
Gewichtsverlust von Dauer sein. Sonst stellt sich automatisch
der oben bereits erwähnte berüchtigte Jo-Jo-Effekt ein.
Aus diesem Grund bedarf die Pfundskur viel Zeit und noch mehr
Geduld. So erstreckt sich die Pfundskur über eine Dauer von
genau 10 Wochen. Der Schwerpunkt dieser Diät liegt nicht
darauf, wie viel man wann wovon essen darf oder muss, sondern
man benötigt diese Zeitraum, um seine negativen Essgewohnheiten
auf eine gesunde Ernährungsweise umzustellen.
Pfundskur - täglich nur 60 g Fett
Zu Anfang der 10-wöchigen Diät werden diverse Test-
und Fragebögen ausgefüllt, um auf diese Weise den eigenen
(schlechten) Essgewohnheiten auf die Spur zu kommen. Danach teilt
Dr. Pudel die Betreffenden in verschiedene Esstypen ein und empfiehlt
entsprechende Programme. Ausgewogenheit heißt hier das Zauberwort.
Natürlich nimmt man bei der Pfundskur überwiegend fettarme
Nahrungsmittel zu sich, dafür sind sie aber kohlenhydrathaltiger.
Es wird auf eine sehr ausgewogene und vollwertige Mischkost Wert
gelegt. Solange nicht ein gewisser Fettanteil überschritten
wird, ist fast alles erlaubt. Ausschließlich die Fettreduktion
soll die Gewichtsabnahme bewirken. Das heißt aber nicht,
dass man nun gänzlich auf Fett verzichten soll oder muss.
Das wäre auch nicht im Sinne einer gesunden und ausgewogenen
Ernährung, denn schließlich benötigt der menschliche
Körper auch Fette. Täglich darf die diäthaltende
Person bis zu 60g Fett zu sich nehmen. Gemessen wird nicht in
Kalorien sondern in so genannten Fettaugen. Ein Fettauge beinhaltet
3g Fett, so dass die Zahl von 20 Fettaugen nicht überschritten
werden darf. Eine eigens dafür entwickelte Tabelle zeigt
die verschiedensten Nahrungsmittel und deren Fettaugenanteile
übersichtlich auf. Dr. Pudel empfiehlt auch das Führen
eines so genannten Ernährungstagebuchs, um einen besseren
Überblick und Kontrolle über die eigene, sich ändernde
Ernährungsweise zu bekommen.
Bei der Pfundskur müssen Sie nicht nur verzichten
Das
Ermutigende an dieser Diät ist, dass man nicht pausenlos
Verzicht üben muss, denn (fast) alles ist erlaubt, aber in
Maßen. Man darf sogar an den fettarmen bzw. -freien Nahrungsmitteln
so viel essen, wie man will. Obst, Gemüse, Kartoffeln und
Salate genauso wie Fleisch und Fisch. Selbst Süßigkeiten
sind gestattet, wenn auch nur beschränkt auf beispielsweise
Weingummis oder ähnliche fettarme Artikel. Auf diese Weise
lernt man innerhalb von wenigen Wochen Maß zu halten bzw.
auf Nahrungsmittel umzusteigen, die einen geringeren Fettanteil
haben. Ein weiterer Vorteil dieser Diät ist, dass sie sehr
gut in das Alltagsleben integriert werden kann. Keine lästigen
Extras oder zeitraubenden oder kostspieligen Besonderheiten bestimmen
den Alltag. So lernt der Betreffende beispielsweise, dass er generell
die Vollmilch durch eine fettarme austauschen kann oder dass sich
Quark auch hervorragend mit Mineralwasser anrichten lässt.
Das spart überflüssige Fette und die Kohlensäure
macht ihn trotzdem schön locker. Statt Butter oder Margarine
könnte man ersatzweise auch mal Senf auf's Brot streichen
oder einfach gar nichts. Ebenso sollte man nur fettarme Fleischsorten
oder Fischarten auf den Tisch bringen. Man kann auch gut und gerne
auf die fetthaltige Haut von Geflügel verzichten. Sahne an
die Soße lässt sich prima durch den fettärmeren
Schmand ersetzen. Die Liste, wie man mit Fett im täglichen
Gebrauch umgehen und es reduzieren kann, lässt sich ewig
fortsetzen. Krankenkassen sind von dem Erfolg dieser Pfundskur
so überzeugt, dass sie sie ihren Mitgliedern empfehlen und
diese in der richtigen Handhabung und mit vielen Tipps unterstützen.
Sowohl die Stiftung Warentest als auch die Deutsche Gesellschaft
für Ernährung haben die Pfundskur im Vergleich zu den
meisten gängigen Diäten absolut positiv bewertet. Natürlich
sollte der Betreffende sich neben der Diät auch an genügend
Bewegung gewöhnen oder besser noch, regelmäßig
Sport treiben. Das unterstützt nicht nur positiv die Gewichtsreduktion,
sondern hat noch den Nebeneffekt, dass auch Herz und Kreislauf
in Schwung kommen.
Die Pfundskur wendet sich tatsächlich nur an Leute, die über
genügend Ausdauer und Geduld verfügen und nicht gleich
den - meist kurzfristigen – schnellen Erfolg typischer Crashdiäten
suchen. Nur das Ändern der geliebten Essgewohnheiten führt
zu dem gewünschten Gewichtsverlust und bewahrt den Betreffenden
vor dem berüchtigten Jo-Jo-Effekt.