Die
österreichische Küche ist ein kulinarisches Gemisch
basierend auf der kaiser- und königlichen Habsburgermonarchie,
der k. u. k. –Zeit, und der damit verbundenen nationalen
Vielfalt. Die Monarchie umfasste Österreich und Ungarn mit
52 Millionen Menschen und rund einem Dutzend verschiedener Küchen.
Einflüsse aus den Regionen sowie aus Böhmen und Mähren,
Rumänien, Slowenien, Kroatien, Serbien und Dalmatien bestimmen
die Küche. Die besten Gerichte wurden jeweils übernommen
und verfeinert, dem lokalen Geschmack angepasst und zur wirklichen
Vollendung gebracht. Die Klassiker entwickelten sich meistens
in Wien und kommen heute in der ganzen Welt zur Anwendung. Unterstützt
wird die österreichische Gaumenfreude durch sehr gute regionale
Weine und ohne seinen Kaffee ist Österreich nicht Österreich.
Auch sind Österreicher echte Bierfreunde. Pro Kopf gesehen,
haben sie das größte Brauereiaufkommen der Welt und
sind an dritter Stelle zu finden, was den Bierkonsum an sich anbelangt.
Dazu werden substanzielle Gerichte gereicht wie der Esterházy
Rostbraten oder das Wiener Schnitzel.
Mehlspeisen sind österreichische Klassiker
und aus der Küche nicht wegzudenken. Eine unglaubliche Vielfalt
tut sich auf. Sie werden süß oder pikant, warm oder
kalt, als Hauptgericht oder als Dessert gereicht. Mehlspeisen
kann man wirklich genießen, es kommt nur auf die Menge an.
Eines der berühmtesten Gerichte ist der Kaiserschmarren.
Der Name soll hervorgegangen sein aus der Kaiserzeit. War dieses
Gericht damals für den Kaiser nicht gut genug gelungen, wurde
es dem Personal vorgesetzt mit der Bemerkung: "So ein Schmarren
kann man dem Kaiser doch nicht vorsetzen." (Ob das stimmt,
ist allerdings nicht bewiesen.)
Kapuziner, Einspänner, Melange und Pharisäer
sind nur einige der ca. 30 Grundvarianten der österreichischen
Kaffeespezialitäten mit sehr liebenswerten fantasievollen
Bezeichnungen. Kaffee gehört zur Lebenskultur und dies gilt
ganz besonders für die Wiener mit ihren Kaffeehäusern,
die teilweise architektonische Aufmerksamkeit verdienen. (Das
Wort Kaffee wird immer auf der hinteren Silbe betont.) Kaffeehäuser
sind Orte der Gemütlichkeit und der Begegnung. Hier trifft
man die Freunde, schließt Geschäfte ab oder liest die
ausliegenden Zeitungen. Zum Kaffee wird immer ein Glas Wasser
gereicht und der Kaffeetrinker ist beim Erheben der Kaffeetasse
fast verpflichtet den kleinen Finger abzuspreizen, um damit Vornehmheit
zu demonstrieren. In Wien kommt man nicht umhin, seinen Kaffee
mit der berühmten Sachertorte oder der Linzertorte zu genießen.
Generell auch eine Sünde wert: Salzburger
Nockerln, ein flaumiges Soufflé aus Eiern, Zucker, wenig
Mehl und viel Luft.
Heuriger
Am besten trinkt man einen Heurigen im Heurigen. Der Wein der
letzten Ernte wird als Heuriger bezeichnet, gleichzeitig aber
auch das Lokal, in dem dieser Wein ausgeschenkt wird. „Echte“
Heurige(nlokale) bieten nur Weine aus dem Eigenbau an. Sie sind
an den - am Hauseingang aufgehängten - Föhren-, Fichten-
oder Tannenzweigen zu erkennen. Urgemütlich und typisch sind
die Heurigenbuffets mit Schinken, Speck, gebratenem Fleisch und
Brot, dem dazu gereichten Heurigen aus einem Henkelglas und der
Zither- oder Schrammelmusik.
Wer in Wien verweilt, muss eines der vielen
"Würstl-Standln", aufsuchen. Das sind keine Pommesbuden,
sondern lukullische Institutionen. Hier kommen Manager und Penner
zusammen und genießen gemeinsam Käsekrainer, Burenwurst
oder ein Paar Frankfurter, die bei uns Wiener Würstchen heißen.
Rezept Kaiserschmarren
Pro Portion etwa 4000 Kjoule, 26g Eiweiß, 32g Fett, 144g
Kohlenhydrate
Zubereitungszeit: etwa 15 Min.
Zutaten: 2 Personen
70g Rosinen
1 Eßl. Rum, kann entfallen
4-5 Eier
1 Esslöffel Sauerrahm (der Teig wird flaumig)
¼ Liter Milch
40g Zucker
200g Mehl
1 Prise Salz
40g Butter
2 Eßl. Puderzucker
Zubereitung:
1. Die Rosinen waschen, trockentupfen, in Rum tränken.
2. Die Eier separieren (Eigelb, Eiweiß). Milch, Sauerrahm,
Zucker und Eigelb gut verrühren und mit dem gesiebten Mehl
zu einem glatten Teig verarbeiten. Zu der dünnflüssigen
Masse werden die zuvor mit Salz vermischten und zu steifen Schnee
geschlagenen Eiweiße untergehoben.
3. Die Butter wird in einer Pfanne erhitzt und der Teig hineingegeben.
Nach kurzer Backzeit werden die Rosinen zugegeben und wenn die
Unterseite fest ist, wird der Schmarren gewendet und bei geringer
Hitze zu Ende gebacken und mit zwei Gabeln in Stücke zerlegt.
4. Den Kaiserschmarren mit Puderzucker bestreuen und servieren.
Dazu wird Apfelkompott oder Zwetschgenröster (Pflaumenkompott)
gereicht.
Rezept Esterházy Rostbraten
Pro Portion etwa 2500kjoule, ca. 29g Fett
Zubereitungszeit: etwa 50 Minuten
Zutaten für 4 Personen:
750g Rindfleisch vom Hochrücken (Rostbraten)
etwas Salz, Pfeffer, Mehl
80g Butter
250g Wurzelwerk (Karotte, Sellerie, Lauch, Petersilie)
1- 2 Zwiebeln
20g Paprika, edelsüß
1Tl Kapern (wahlweise)
1 Lorbeerblatt
1 Essl. Petersilie
Senf (zum Bestreichen)
1dl Suppe (Rindsuppe zum Aufgießen)
etwas Rotwein (zum Abrunden)
etwas Zitronensaft (1/2 Zitrone)
250ml Sauerrahm
Zubereitung:
Den Rostbraten klopfen (plattieren) und an
den Rändern einschneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen
und dünn mit Senf bestreichen. Die untere Seite in Mehl legen,
dann den Braten rasch und scharf anbraten. Den Rostbraten herausnehmen.
Die gehackten Zwiebeln in derselben Pfanne
anrösten, mit Paprika würzen und aufgießen. Petersilie
und das Lorbeerblatt zugeben.
Den Braten mit Paprika würzen.
Die Rostbraten wieder einlegen und im vorgeheizten Ofen zugedeckt
bei 200 °C ca. 50 Minuten schmoren. Hin und wieder den Braten
mit der Rindsuppe auf- bzw. übergießen. 15 Minuten
vor Ende der Garzeit das vorher in Butter angedünstete Gemüse
zugeben. Den Braten wieder herausnehmen und warm stellen. Zuletzt
dem Sud Rotwein und Kapern zugeben, mit Senf, Zitronensaft und
den Sauerrahm abschmecken und noch einmal ganz kurz aufkochen.