Das
deutsche Wort Likör leitet sich von dem französischen
Wort „liqueur“, beziehungsweise von dem lateinischen
Wort „liquor“ ab, was in beiden Fällen nichts
anderes als Flüssigkeit bedeutet. Ein Likör an sich,
ist ein alkoholisches Getränk bei dem der Zuckeranteil im
Vergleich zu anderen alkoholischen Erzeugnissen recht hoch liegt.
Auf einen Liter dieser „Flüssigkeit“ kommen mindestens
100 Gramm Zucker.
Der Alkoholgehalt eines Likörs ist sehr variabel im Vergleich
zu zum Beispiel Bier oder auch Wein. Er liegt üblicherweise
zwischen niedrigen 15 Prozent bis zu hohen 40 Prozent. Es gibt
wenige Ausnahmen. Zwei davon sind zum Beispiel der Charteuse verte
mit stolzen 55 Prozent, oder auch der Aperol mit lediglich 11
Prozent Alkoholgehalt.
Likör ist eine Erfindung, die auf das Mittelalter zurück
zu führen ist. Mittels Alkohol hat man damals versucht die
für den Körper heilsamen und nutzbringenden Stoffe zu
extrahieren. Schon in Rom hatte man aromatisierte Weine, ebenso
wie in der griechischen Antike. Diese Getränke gelten als
die Vorläufer der heutigen Liköre und sind im Geschmack
den damaligen und heutigen Fruchtweinen sehr ähnlich.
Da die Zuckerpreise im Mittelalter aber auch noch bis ins siebzehnte
Jahrhundert hinein sehr hoch waren, war der Genuss von Likör
nur der reichen Schicht und dem Adel vorbehalten. Viele Adelige
dieser Zeit haben ganze Werkstätten eingerichtet und Spezialisten
an die Höfe geholt, um sich der Kunst des Likörherstellens
widmen zu können.
Seit aber Zucker für jeden ständig verfügbar und
auch bezahlbar geworden ist, haben sich vor allem die Benelux-Staaten
und auch vor allem Frankreich mit ihren traditionsreichen Herstellern
und bisweilen sehr alten Rezepten einen gewissen Status erarbeitet.
Die bekanntesten Liköre sind Rotweinlikör, Eierlikör,
Nusslikör und vieles mehr. Die Herstellung von Likören
ist nicht schwer. Ich möchte hier ein Rezept für einen
Apfel-Zimt-Likör präsentieren.
Für den Apfel-Zimt-Likör benötigt
man: 1kg Äpfel, 2-3 Zimtstangen, ein paar Gewürznelken,
2kg Kristallzucker, 3l Wodka und 2l Korn. Die Äpfel werden
geschält und entkernt und kommen in ein großes Gefäß.
Am besten eignet sich ein großes Einsiedeglas. Ebenso in
das Gefäß kommen der Zucker, der Zimt und der Alkohol.
Dann wird das Gefäß geschlossen
und für einige Wochen weggestellt. Nach der zweiten Woche
kann der Likör einmal pro Woche umgerührt werden. Bei
Bedarf kann dann auch alle paar Wochen weiterer Zucker zugefügt
werden. Bei Rotweinlikör wird ein Teil des Rotweines mit
Zucker aufgekocht und eingedickt, dann kommt Korn hinzu und der
Likör muss dann einige Wochen abliegen.
Likörrezepte: