
Kombuhtscha spricht man es aus, geschrieben wird es Kombucha,
ein Getränk aus dem Kombuchapilz, der wie ein dicker, fetter
Pfannkuchen aussieht. Unzählige Legenden ranken sich um dieses
Getränk, das "zweifellos" asiatischen Ursprungs
sein soll. Ob es jedoch schon vor über 2000 Jahren in China
genutzt worden sein soll, weiß niemand so genau. Es gibt
aber auch die Vermutung, dass dieses Getränk aus Osteuropa
stammt und lange nicht so alt ist.
Was aber ist das geheimnisvolle Kombucha?
Ganz einfach beschrieben könnte man sagen: Es ist ein leicht
alkoholisches Gärgetränk vergleichbar mit Most, das
mit grünem, schwarzem oder Kräutertee vermischt wird.
Der gezuckerte Tee wird mit dem aus Bakterien und Hefen bestehenden
Kombuchapilz vergoren. Ist der Gärprozess beendet, besteht
das Produkt aus Gluconsäure, Essigsäure und etwas Alkohol.
Speziell dem grünen Tee wird eine Vielzahl
von positiven Eigenschaften nachgesagt. Ältere Menschen bevorzugen
überwiegend Ginseng-Tee, um ihre Vitalität zu steigern.
Doch Kombucha soll noch wesentlich bessere Eigenschaften haben.
Heilpraktiker empfehlen es zur Entgiftung und Entschlackung des
Körpers - es soll auch das Immunsystem stärken. Die
Farbe des Tees kann von hellgrau über rosa bis dunkelbraun
variieren, je nach Teesorte.
Kombucha kann man auch selbst herstellen,
dann wird seine Wirkung noch effektiver sein, denn in der industriellen
Fertigung werden wie wichtigen Mikroorganismen abgetötet
und übrig bleibt nur das Getränk selbst.
Für die Herstellung von 1/2 Liter
Kombucha: 1 Kombuchapilz, 3 Esslöffel Zucker, 1/2
Esslöffel schwarzer Tee, 1 Esslöffel Tee nach Geschmack
und etwas schwarzen Tee, 1 Gärgefäß (ca. 1 Liter),
1 Geschirrhandtuch, 1 Verschluss-Spanner, 1 Haarsieb, 1 Trichter
und eine Flasche mit Schraubverschluss. Idealerweise kann man
1/8 Liter fertigen Kombucha als Beschleuniger zugeben, was aber
nicht zwingend notwendig ist.
Zubereitung: Wasser aufkochen,
Tee in das Wasser geben. 15 Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb
schütten oder Teebeutel entfernen, Zucker darin vollständig
auflösen. Das Ganze auf ca. 25 Grad abkühlen lassen
und in das Gärgefäß schütten, den Kombuchapilz
dazugeben. Ein neuer Kombuchapilz bildet sich erst später
auf der Oberfläche. Gärgefäß mit dem Handtuch
abdecken. Jetzt das Tuch mit einem Gummiring befestigen. Und peinlichst
genau darauf achten, dass es rundherum absolut dicht ist. Das
Ganze jetzt an einen ruhigen, warmen Platz bei etwa 25 Grad stellen.
Um ein perfektes Getränk zu erhalten,
sollte die Temperatur auch nachts nicht sinken. Je kühler
die Gärungstemperatur, desto schneller können Schimmelsporen
ihren Vernichtungsfeldzug beginnen. Wenn sich ein Pilz abnormal
nach oben wölbt, dann stechen Sie die Blase durch und tauchen
Sie den Pilz unter, da er sonst austrocknet und seine Wirkung
verliert. Haben Sie dies alles beachtet, ist etwa sieben bis zehn
Tage Ruhe. Wenn Sie das Gefäß bewegen und keine Bläschen
mehr aufsteigen, ist das Getränk endlich fertig - süßlich,
säuerlich und angenehm erfrischend.
Mit dem Kombuchagetränk kann man auch
hervorragende Longdrinks oder Cocktails zubereiten. Zum Beispiel
nehmen Sie einige Eiswürfel aus dem Gefrierfach, geben einige
Tropfen Angustura (Rinde eines südamerikanischen Baums) und
nach Geschmack Rum, Kognak oder Gin hinzu. Es wird sogar behauptet,
dass ein Sauerbraten erst richtig gut wird, wenn man ihn in reinem
Kombucha einlegt.
Dann entnehmen Sie den Kombuchapilz (vielleicht
ist auch ein fast durchsichtiger neuer Pilz entstanden) vorsichtig
mit saubersten Händen und legen Sie ihn auf ein sauberes
Glas oder Porzellan. Jetzt können Sie das fertige Getränk
durch ein Sieb oder einen Papierfilter in Flaschen abfüllen.
Am besten bewahrt man es im Kühlschrank auf.
Behalten auf jeden Fall zehn Prozent des Getränkes
zurück, denn das ist Ihr neuer Ansatz. Den Kombuchapilz -
auch den neuen - kurz mit lauwarmem Wasser abwaschen. Die Hefe,
die sich während der Gärung auf den Boden abgesetzt
hat, im Gefäß lassen und nur alle vier Wochen ausspülen.
Jetzt kann das Ganze wieder von vorne beginnen.
Noch ein wichtiger Hinweis:
Sollten sich unerwünschte, schädliche Mikroorganismen
bilden, haben Sie ein evtl. gesundheitsschädliches Produkt.
Deshalb achten Sie darauf, dass bei ungewohnten Farb- oder Geruchsveränderungen
oder gar Schimmelbildung die Kombuchaherstellung gescheitert ist
- dann sollten Sie das Ganze sofort entsorgen. Achten Sie beim
Gärungsprozess unbedingt auf Sauberkeit und Hygiene.
Übrigens: Den Kombuchapilz kann man in
gut sortierten Bio-Läden, im Asialaden oder über das
Internet beziehen. Ist er bei Ihnen eingetroffen, benötigen
Sie im Prinzip nur noch den von Ihnen bevorzugten Tee und Zucker.
Ein Hinweis für Diabetiker:
Kombuchagetränke enthalten mehr oder weniger Zucker. Daher
sollten Diabetiker beim Konsum auf den Zuckergehalt achten. Gekaufte
Kombuchagetränke dürfen nicht als "Erfrischungsgetränke"
bezeichnet werden. Der hohe Gehalt an einfach resorbierbarem Zucker
ist gerade für Diabetiker ein denkbar ungünstiges Getränk
und daher nicht als regelmäßiger Durstlöscher
zu empfehlen.
Wer also einmal ein völlig außergewöhnliches
Getränk herstellen möchte, der kann damit Freunde und
Bekannte auf eine besondere Art überraschen und guten Gewissens
sagen: "Auf Ihre Gesundheit!"