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Käse
ist eines der meistgekauften Lebensmittel in Deutschland. Während
er in einigen Ländern verabscheut wird (in der asiatischen
Küche zum Beispiel wird normalerweise gar kein Käse
verwendet, weil man sich in weiten Teilen Asiens vor Käse
ekelt), sind die meisten Deutschen von Käse sehr angetan.
Wir haben meist eine spezielle oder sogar gleich mehrere Lieblingssorten.
Das ist auch kein Wunder - bei der großen
Auswahl in unseren Käseregalen. Der Käse wird - je nach
Reifungsverfahren und der daraus resultierenden Konsistenz - unterteilt
in Hart-, Frisch- oder Weichkäse.
Werden beim Reifen Schimmelpilzkulturen hinzugesetzt, entsteht
Schimmelkäse. Außerdem
ist eine weitere Einteilung des Käses nach der Bestimmung
der verwendeten Milch möglich. So wird unterschieden zwischen
Büffel-, Schafs- und Ziegenkäse.
Der Großteil an Käse hierzulande wird jedoch aus Kuhmilch
gewonnen.
Käse gehört für uns ähnlich
wie das Brot zum täglichen Leben; er wird als Grundnahrungsmittel
gehandelt. Dabei ist die Vielfalt, die uns dieses Lebensmittel
bietet, ungeahnt groß. Man kann Käse schließlich
nicht nur scheibchenweise auf dem Frühstücksbrot essen.
Auch zum Überbacken, in Salaten, in Saucen, auf Käseplatten
oder als Häppchen zwischendurch ist Käse wunderbar geeignet.
Besondere Sorgfalt ist dabei auf die Auswahl der richtigen Sorte
zu legen, um alle Gourmets zufrieden zu stellen. Die Sortenvielfalt
ist so riesig, dass kaum ein Normalbürger jemals alle Sorten
probiert hat geschweige denn dass ihm alle Sorten zumindest namentlich
ein Begriff sind. Doch ein bisschen Sorten-Know-How zählt
sich durchweg aus, wenn man hohe kulinarische Genüsse erleben
oder seine Gäste beeindrucken möchte. Denn auch wenn
der allseits beliebte und gewohnte Gouda immer wieder lecker schmeckt,
so harmonieren andere Sorten mit bestimmten Lebensmitteln einfach
noch besser.
Doch wie ist man eigentlich auf die Idee gekommen,
aus Milch Käse zu machen?
Geschichte
Die Anfänge des vielfältigen Lebensmittels
gehen bis in die Steinzeit zurück. Hungrige Steinzeitjäger
entdeckten in den Mägen der erbeuteten Tiere, die Milch gaben,
verklumpte Milchbrocken, die sie ebenfalls verzehrten. In der
Mittelsteinzeit, etwa zwischen dem 10. und dem 8.Jhd.v.Ch. begann
mit der Viehzucht auch die erweiterte Nutzung der Milch, die gemolken
wurde. Unabhängig voneinander entwickelte man an verschiedenen
Orten auf der Welt um diese Zeitspanne herum Verfahren zur Käseherstellung.
Diese war jedoch natürlich noch nicht so ausgeklügelt
wie heutzutage und daher ein wenig vom Glück abhängig.
In Tongefäßen oder Tierblasen wurde die Milch in die
Sonne gestellt oder auf dem Feuer erwärmt, bis sie sauer
wurde und schließlich gerann.
Es dauerte gar nicht lange, bis man die Käseherstellung
verfeinerte. Schnell entdeckte man die Wirkung von tierischem
und pflanzlichem Lab. Auch Edelschimmelkulturen wurden bald darauf
gezielt eingesetzt, um den Geschmack zu verbessern.
Seit 5.000v.Ch. existiert die Käserei in Mesopotamien, Kleinasien,
Ägypten und Nordafrika nachweislich. Ebenfalls seit langer
Zeit wurde der Käse schon von den Griechen und den Römern
geschätzt. Bald darauf kamen auch die Germanen in den Genuss
von Käse. In Europa, besonders im Raum von Deutschland, der
Schweiz und den Niederlanden wurde die Käseherstellung verfeinert
und die Sortenvielfalt vergrößert. Besonders in Klöstern
widmeten sich viele Mönche der hohen Kunst der Käseherstellung.
Mit der Technisierung im 19.Jhd. konnte die
Käseherstellung extrem vereinfacht werden. Seit dieser Zeit
ist die Käseproduktion in industriellem Maßstab möglich.
Zwar wurde der Käse so schneller und in größeren
Mengen erhältlich, jedoch ziehen wahre Kenner den Verzehr
vom handgemachten Käse vor. Sie sind der Meinung, dass der
industriell gefertigte Käse nicht an den Geschmack des traditionellen
Erzeugnisses herankomme.
Käseherstellung
Die Käseherstellung besteht im Normalfall
aus fünf Schritten: der Vorbereitung, dem Dicklegen der Milch,
dem Schneiden und Formen, dem Salzbad und der Reifung.
Zuerst wird die Milch auf ihren Bakteriengehalt
geprüft und schonend wärmebehandelt. In vielen Fällen
stellt man noch den Fettgehalt ein, indem man Rahm hinzufügt
und abnimmt. Daraufhin kann die Milch auf verschiedene Arten dickgelegt
werden, je nachdem, welchen Käse man erzeugen will. Entweder
säuert man diese mit Hilfe von Milchsäurebakterien,
oder man verwendet Lab. Ebenfalls möglich ist der Einsatz
von Lab und Reifungskulturen in Kombination.
Im Schneideprozess wird die entstandene Dickete
geschnitten, so dass der Käsebruch entsteht. Dieser wird
meistens erhitzt, wobei Molke abgegeben wird. Darauf werden die
Käselaibe geformt. Eventuell wird nochmals Molke abgepresst.
Nun folgt das Salzbad. Durch dieses wird die
Rindenbildung begünstigt. Zudem nimmt es ebenso Einfluss
auf den Geschmack des späteren Käses, da das Salz bis
in den Käse eindringt.
Der allerwichtigste Schritt ist der Letzte:
die Reifung. Sie beeinflusst den Geschmack des Käses maßgeblich
und bestimmt die entstehende Sorte. Nur Frischkäse unterzieht
sich keinem Reifungsprozess. Je nachdem wo, wie und wie lange
die Reifung vollzogen wird, entsteht aus dem gleichen Ausgangsprodukt
unterschiedlicher Käse. Manche Sorten werden während
des Reifungsvorgangs gewendet, eingestrichen, gebürstet oder
mit Kräutern behandelt.
Käsesorten
Die Qualität des Käses und die Entstehung
der Sorte hängt von vielen Bedingungen ab. Dazu zählen
die verwendete Milch, die Vorbehandlung, den Herstellungsbedingungen,
den Zusätzen und den Reifebedingungen. Allgemein teilt man
den Käse nach dem Wassergehalt in verschiedene Sorten ein:
Frischkäse – dazu zählen Quark,
Hüttenkäse;
Weichkäse – wie Brie, Camenbert oder Feta;
Sauermilchkäse – beispielsweise Harzer Käse
oder Handkäse;
halbfester Schnittkäse – darunter fallen Butterkäse
und Edelpilzkäse;
Schnittkäse – z.B. Gouda, Edamer, Tilsiter;
Hartkäse – dazu gehören Parmesan, Emmentaler,
Pecorino sowie Bergkäse.