Die
Geschichte des Essigs hängt sicher eng mit der Geschichte
der Herstellung von Wein zusammen. Wobei sich hier nicht die Frage
stellt wer zuerst da war, da Essig aus
Wein hergestellt wird. Seit vielen tausend
Jahren gibt es also den Essig, dessen Entdeckung anfangs sicherlich
Zufall war, offener Wein kam in Berührung mit Essigbakterien
und da Menschen schon immer experimentierfreudig waren, hat es
sicherlich nicht lange gedauert, bis den Menschen klar war, wie
erfrischend Essig mit Wasser verdünnt war und das Essig sogar
heilende bzw. antiseptische Wirkung hat. Wahrscheinlich hatte
jeder Haushalt seine eigene Essigmutter,
die über Jahre gehegt und gepflegt wurde.
Ich weiß noch wie ich das erste Mal im Konfirmandenunterricht
davon gehört habe, das Jesus am Kreuz von einem Römer
einen Schwamm mit Essig bekam. Leider hat es Jahre gedauert bis
mir klar wurde, das Jesus nicht gequält sondern erfrischt
wurde.
Für Römer war mit Wasser verdünnter Essig als Getränk
eine Selbstverständlichkeit und so beliebt wie bei uns heutzutage
Cola oder Bier. Es gibt sogar Historiker, die behaupten das Rom
durch Essig und Blei untergegangen ist. Die römischen Leitungen
und auch Teller und Becher bestanden hauptsächlich aus Blei
und sobald Essig mit Blei in Berührung kommt entsteht als
Reaktion das giftige Bleiacetat, das die Römer somit in Mengen
zu sich nahmen.
Essig ist bis heute ein unverzichtbares Mittel zur Konservierung,
zur Reinigung, zur Entkalkung und zur Würzung
von Lebensmitteln. Leider weiß man seit ca. 100 Jahren
auch, das man Essig nicht nur aus Wein sondern auch mittels Holzdestillatprodukten
gewinnen kann und da Essig heute nicht mehr wie früher selbstverständlich
zu Hause angesetzt sondern gekauft wird, wissen nur noch die wenigsten,
welch ein Genuss ein echter Weinessig sein kann.
Einen guten Aceto Balsamico
kennen sowieso nur ganz wenige (meist) Weinkenner, die bereit
sind für eine kleine Flasche dieser Rarität (im Normalfall
100ml) auch mal Preise um die 50 Euro
zu bezahlen.