Wenn
man an die japanische Küche denkt, denkt man meist automatisch
an Gerichte wie Sushi, Maki und Co. Dies
alleine macht die japanische Küche noch lange nicht aus.
Es gibt so viele verschiedene Gerichte, welche leicht in Vergessenheit
geraten, weil man Sushi automatisch in die japanische Küche
projiziert. Tempura zum Beispiel gehört ebenso in die japanische
Küche, wie Olivenöl in die
italienische.
Die japanische Kochkunst wirkt auf viele Europäer erst einmal
faszinierend. Das Kochen in Japan hat viel mit Philosophie und
Kunst zu tun und ist durch jahrelange Tradition geprägt.
In vielen Dingen ähnelt die japanische Küche vielen
anderen ostasiatischen Küchen, es gibt jedoch einen ganz
gravierenden Unterschied. die Japaner benutzen kaum Öl oder
Gewürze und legen Wert darauf,
dass die Speisen möglichst "unverfälscht"
verzehrt werden.
Die Japaner nehmen in der Regel zwischen drei und fünf Mahlzeiten
täglich zu sich, allerdings zeichnet sich dass japanische
Essen nicht durch seine "Portionsgröße" aus
sondern durch seine Vielfalt. Das Auge isst in Japan mit, so sind
die Gerichte oft als kleine Kunstwerke hergerichtet. Das Essen
gehört in Japan zu den Höhepunkten eines Tages, mehrere
Gänge beim Essen, wie es in Europa üblich ist, gibt
es in Japan nicht, vielmehr wird alles gleichzeitig gereicht.
Zu Anfang isst man meist eine kleine Schale klarer Suppe. Meist
wird aus Kalb, getrocknetem Thunfisch und Shiitake
Pilzen eine klare Suppe zubereitet, die man Suimono nennt. Außerdem
gibt es noch Suppen, die aus einer Art Sojapaste hergestellt wird
und Miso heißt. Die Miso Suppen können sowohl herzhaft
als auch süß sein und enthalten meist eine Einlage
aus Tofu oder Gemüse.
Reis ist das Grundnahrungsmittel der japanischen
Küche und gehört zu beinahe jeder Mahlzeit dazu. Die
Japaner bevorzugen den einheimischen, meist kurzkörnigen
Reis, der importierte Reis gilt eher als minderwertige Ware. Aber
auch Nudeln sind in Japan
sehr verbreitet. Als Einlage in Suppen oder als Beilagen, gebraten
oder auch kalt. Typisch japanische Nudeln sind die "Udon"
sehr dicke Weizennudeln, die gekocht oder gebraten gegessen werden.
Die "Somen" sind sehr dünne Fadennudeln, die im
Sommer meist kalt gegessen werden. Die Soba, sind dünne,
meist braune Weizennudeln, die entweder kalt oder gebraten mit
einer Art Worcestersauce, Fleisch und Kohl gegessen werden , dann
nennt man diese Nudeln Yakisoba.
Wer an Japan denkt, denkt auch direkt an Sushi - doch Sushi gilt
nicht nur bei uns sondern auch in Japan als edle und recht teure
Speise und wird meist zu besonderen Gelegenheiten gereicht. Man
kann in der japanischen Küche genauso wie in der Deutschen
Küche klar Unterscheiden, zwischen „Hausmannskost“
und gehobener Küche. Roher Fisch wie Sushi oder Sashimi gehören
eher zur Kategorie der gehobenen Kost, die man in Japan „ichiryu
ryouri“ nennt. Zur Hausmannskost gehören gegrillter
Fisch, Reis, Fleisch usw.
Eine wichtige Rolle in der japanischen Küche nimmt das eingelegte
Gemüse ein, das tsukemono. Eingelegt werden vor allem Gurken,
Chinakohl, Auberginen und Rüben. Das Gemüse legt man
in einer Salzlake oder Reisbrühe ein. Besondere Delikatesse
sind die unreifen, grünen Pflaumen, die häufig als Appetitanreger
zum Frühstück verzehrt werden.
Das Donburi gehört zu den bekanntesten Reisgerichten Japans.
Neben der üblichen einfachen Zubereitung mit Reis, Ei, Huhn
oder Rind gibt es ähnlich wie beim Sushi eine Vielzahl von
Zubereitungsmöglichkeiten.
Besonders lecker ist das Shabushabu. Eine Art Fondue,
bei dem hochwertiges Rindfleisch,
Chinakohl, Tofu, Pilze und Nudeln in einer extrem heißen
Brühe kurz gegart werden und dann mit Sesam oder Sojasauce
verzehrt wird. Ebenfalls zur Hausmannskost zählen die vielseitigen
Nabe und Nimono Gerichte. Bei Nabe werden ähnlich wie bei
uns die Eintöpfe je nach vorliebe Gemüse, Reis, Fisch
oder Fleisch in einem großen Topf gegart. Bei Nimono handelt
es sich um Wurzelgemüse und Fleisch.
Nachtisch gehört nicht unbedingt zur typisch japanischen
Küche allerdings gibt es einige hervorragende Speisen, die
zum Kaffe oder als Nachspeise gegessen werden können.
Zum einen das Maccha-Aisu, ein Eis, hergestellt aus grünem
Teepulver und Milch, abgerundet mit Rum und Vanillinaroma.
Zum Grünen Tee werden häufig Wagashi
gereicht, eine Spezialität aus Azuki – Bohnen und Zucker,
die allerdings selten selber zubereitet werden sonder meit im
Supermarkt gekauft werden.
Die Zenzai ist eine Suppe, die man häufig Nachmittags zum
Kaffe oder Tee zu sich nimmt. Zenzai besteht aus roten Bohnen,
Wasser und Zucker. Dazu werden „mochi“ gegessen, kleine
Reisküchlein.
Der „Ryokucha“ der typisch japanische grüne Tee
wird zu allen Gerichten getrunken. Der japanische Reiswein, der
„Sake“ wird auch häufig zu den Mahlzeiten getrunken
allerdings auch zum kochen verwendet.
Grundsätzlich hat das Essen in Japan einen wesentlich höheren
Stellenwert wie bei uns. Essen gehört in Japan zu den größten
Freuden im Leben und auch wenn vieles für uns Europäer
erst einmal seltsam aussieht, sollte man offen sein und die japanischen
Gerichte probieren, denn das Resultat kann häufig überraschend
gut sein.
Als besonderer Leckerbissen in der japanischen Küche gelten
die Tempura. Gemüse, Pilze oder Garnelen
und Krabben, die in einem Teig aus Mehl, Ei und Wasser geschwenkt
und danach frittiert werden. Tempura sind Riesengarnelen, Karotten,
Melanzani, Zucchini und Bohnen in Tempurateig geschwenkt und in
Fett herausgebraten. Der Teig wird aus 120g Tempuramehl (bekommt
man im gut sortierten Fachmarkt), 1 Eigelb und 175ml eiskaltem
Wasser angerührt. Die Riesengarnelen werden von ihren Köpfen
und der Schale befreit.
Das Gemüse wird in großflächige
Scheiben geschnitten und dann gemeinsam mit den Garnelen in die
Teigmasse getunkt und in der Friteuse oder einer großen
Pfanne herausgebraten. Bei den Garnelen werden die Schwänze
frei gelassen. Tempura kann auf viele verschiedene Arten serviert
und gegessen werden. Am liebsten wird Tempura auf Reis
angerichtet und eine Dippsauce wird dazu gereicht
Japanische
Rezepte