Radikaldiäten
– Keine gute Idee
Ganz unten in der Rangliste der Diäten stehen
ganz eindeutig alle sogenannten Radikaldiäten, die enorme
Gewichtsabnahmen in kürzester Zeit versprechen.
Zwar wenigstens nicht gesundheitsschädlich, dafür aber
meistens wenig erfolgversprechend ist beispielsweise die Kohlsuppendiät.
Die Suppe schmeckt lecker und verfügt dazu über äußerst
gesunde Inhaltsstoffe, nur leider hat man in der Praxis bereits
nach zwei Tagen mit dem eigenen Würgereflex zu kämpfen.
Morgens, mittags und abends stets das gleiche Gemüsearoma
auf der Zunge – das hält nicht jeder durch.
Als schädlich für den Körper und damit sogar gefährlich
müssen Formen des Abnehmens, die zu Mangelerscheinungen führen
können, gezählt werden. In diese Kategorie gehören
eindeutig die Blutgruppen-Diät, die Zitronensaft-Kur und
vor allem falsch verstandenes Heilfasten.
Kohlehydratarme Diäten –
mit Vorsicht zu genießen
Diese Gruppe kann schwer als Gesamtwerk beurteilt,
sondern muss nach einzelnen Konzepten unterschieden werden. Die
Atkins-Diät beispielsweise, die auf Getreideprodukte sowie
Obst verzichtet und dafür den grenzenlosen Genuss von Fett
und Eiweiß erlaubt, dürfte kaum zu empfehlen sein.
Ballaststoff-, Vitamin- und Mineralstoffmangel sind schon vorprogrammiert
und zudem ist eine negative Auswirkung auf den Cholesterinspiegel
möglich. Ähnliches gilt für Low-Carb und die Logi-Methode.
Die Glyx-Diät wiederum unterteilt Lebensmittel wesentlich
effektiver. Hier werden nicht grundsätzlich Kohlenhydrate
ausgeschlossen, sondern lediglich in Geeignete und weniger Geeignete
aufgespaltet. Mangelerscheinungen kann man so bis zu einem gewissen
Grad vermeiden. Dem Grundprinzip nach setzt auch die Montignac-Variante
auf den glykämischen Wert von Nahrung, zusätzlich finden
aber auch Prinzipien der Trennkost Anwendung -ebenfalls ein zweischneidiges
Schwert, wie sich zeigen wird.
Insgesamt tritt bei all diesen Erscheinungsformen der Kohlehydratreduktion
selten Hunger auf, da die Essensmenge selbst nicht beschnitten
wird. Nebenwirkungen wie Störungen des Fettstoffwechsels,
die sich manchmal erst später zeigen, sollten allerdings
nicht unterschätzt werden.
Fettreduktion – Ein guter Grundgedanke,
aber nicht in jeder Form empfehlenswert
Das
direkte Pendant zur kohlehydratarmen Diät bilden fettarme
Abnehmkuren. Das am meisten bekannte Schlagwort in diesem Zusammenhang
stellt wohl „Low Fat“ dar. Bei dieser Methode sind
nur Lebensmittel erlaubt, die kein oder nur sehr wenig Fett enthalten.
Im Großen und Ganzen ist daran auch nichts auszusetzen.
Im Gegenteil, wie man beobachten konnte, trägt diese Diät
unter Umständen sogar zur Reduzierung des Cholesterinspiegels
bei. Leider hat sie aber einen solchen Bekanntheitsgrad erlangt,
dass immer neue Ableger aus dem Boden geschossen sind, die teilweise
nur noch wenig mit dem Original gemein haben. In extremen Fällen
führen diese dann zu einem Vitaminmangel und schaden dem
Körper eher, als dass sie ihm helfen. Ebenso sollte man auch
die Eiweiß-Diäten mit einer gewissen Vorsicht handhaben
und stets darauf achten, dass sie nicht zu einseitig ausfällt.
Bis zu einem gewissen Grad schließt das auch die oft hochgelobte
Trennkost mit ein, die zwar mehr Abwechslung bietet, da weder
Kohlehydrate noch Fette und Eiweiß verboten sind, doch ganz
ohne Haken ist sogar sie nicht. Grundprinzip stellt die Trennung
dieser Stoffe dar, die innerhalb einer Mahlzeit niemals kombiniert
werden dürfen, ansonsten ist praktisch alles erlaubt. Trotzdem
wird der Speiseplan extrem eingeschränkt, denn viele Lebensmittel
schmecken nur dann, wenn beides enthalten ist. Auch Kreislaufstörungen
können bei manchen Personen erfahrungsgemäß durch
die Trennkost ausgelöst werden.
Fett zu reduzieren ist durchaus empfehlenswert. Außerdem
führen alle Methoden zu einem angenehmen Sättigungsgefühl
und zu relativ schnellen Erfolgen. Man muss nur darauf achten,
dass man sich nicht in ein Extrem bewegt, bei dem der Körper
unterversorgt wird.
Pillen und Pülverchen –
Hände weg
Die
Werbung verspricht oft, dass durch entsprechende Kapseln, die
zum Beispiel das Fett aus dem Körper transportieren, eine
Gewichtsabnahme ohne jede Anstrengung möglich ist. Allein
daraus ergibt sich schon der entscheidende Nachteil. Langfristig
seine Figur zu halten, macht nur im Rahmen einer gewissen Ernährungsumstellung
wirklich Sinn. Wer sich nur auf Pillen verlässt, wird garantiert
dem gefürchteten Jojo-Effekt begegnen. Davon einmal abgesehen,
weiß kaum jemand, welche kurz- oder langfristigen Schäden
man eventuell damit seiner Gesundheit zufügt, denn ein Eingriff
in den natürlichen Ablauf den Organismus, kann wohl kaum
ohne Folgen bleiben. Zudem besteht hier ein relativ hohes Suchtrisiko.
Weniger schädlich dagegen sind Diätdrinks. Besonders
bekannte Marken wie Slim Fast achten in der Regel darauf, dass
ihre Shakes ausreichend mit allen lebensnotwenigen Inhaltsstoffen
angereichert sind. Dazu ist das System sehr einfach, denn es werden
lediglich zwei Mahlzeiten durch je einen Trunk ersetzt. Einen
entscheidenden Nachteil hat die Diät jedoch, denn trotz gegenteiliger
Behauptungen, stellt sich schnell ein Hungergefühl ein.
Keine Diät – die beste
Diät
Diese Aussage klingt merkwürdig, trifft
aber genau ins Schwarze. Eine Änderung der Essgewohnheiten
durch ausgewogene Mischkost, die alles erlaubt, aber nur in Maßen,
birgt die meisten Erfolgsaussichten.
In diese Kategorie fällt unter anderem die Brigitte-Diät,
die auf fünf Mahlzeiten, ausreichend Obst und Gemüse
setzt. Die immer wieder wechselnden Rezepte sind leicht nachzukochen
und meist sehr lecker. Einziges Problem ist die Tatsache, dass
die Zutaten nicht frei zusammengestellt werden können, sondern
nur im Rahmen dieser Rezepte Verwendung finden.
Anders das Weight Watchers System. Hier darf nach Herzenslust
gegessen und kombiniert werden – aber nur in Maßen.
Jedes Lebensmittel erhält dabei einen Pointswert (basierend
auf Kalorien und Fettgehalt), der nach einer speziellen Tabelle
berechnet wird. Pro Tag steht ein bestimmtes Kontingent, das sich
aus Alter, Gewicht, Geschlecht und weiteren Faktoren ergibt, zur
Verfügung. Nicht verbrauchte Points können eine Woche
lang gesammelt werden und sportliche Aktivitäten bringen
Bonuspunkte.
Beide Diäten – die ja eigentlich keine sind –
lassen die Waage vielleicht nicht gleich im Sturzflug rotieren,
dafür besitzen sie den sogenannten Langzeiteffekt. Es ist
sowieso schwierig im Bereich Diäten den Überblick zu behalten,
fast jede Woche gibt es in Zeitschriften neue Diäten entweder
von einem Promi vorgestellt, der mit dieser Methode gefühlte
40 Kilo abgenommen hat oder von Ärzten die angeblich neue Methoden
zum Abnehmen entdecken, das beste ist wirklich seine Ernährung
umzustellen und auf Diäten möglichst zu verzichten.
Abschließende Beurteilung
Aus eigener Erfahrung würde ich
Radikaldiäten, die überwiegend einseitig orientiert
sind, als absolut ungeeignet einstufen, um dauerhaft Gewicht zu
verlieren. Selbst wenn man von den Risiken absieht, so hält
man sie meist nur kurze Zeit durch. Heißhungerattacken und
dementsprechend ein Jojo-Effekt, der oft sogar noch einige Pfunde
mehr im Gepäck hat, sind praktisch unvermeidbar – selbst
mit eisernem Willen. Gleiches gilt für Schlankdrinks.
Fett- und kohlehydratreduzierende Diäten sowie Trennkost
sind ideal, um relativ schnell ein bisschen Gewicht zu verlieren,
aber nicht für längere Zeit empfehlenswert.
Absoluter Sieger ist eindeutig die Ernährungsumstellung in
Form von Weight Watchers oder Ähnlichem. Durch die Rezepte
und Pointswerte werden nicht nur dauerhafte Erfolge erzielt, man
lernt ganz nebenbei auch, sich bewusst gesund zu ernähren.