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Bio Lebensmittel



 



Lebensmittel aus ökologischem Anbau

ObstDer Trend, hin zum Kauf biologischer Lebensmittel, begann vor etwa 30 Jahren, als die ersten Bioläden entstanden. Der Umweltschutz, der Artenerhalt und der Tierschutz waren damals noch kein großes Thema in der Öffentlichkeit, man vertraute uneingeschränkt den herkömmlichen und konventionellen Lebensmittelherstellern. Deshalb wurden Kunden, die regelmäßig in Bioläden kauften, von einem großen Teil der Bevölkerung belächelt. Doch Bio war kein Modetrend. „Bio“ wurde im Laufe der Jahre ein etabliertes Markenzeichen für die ökologische Landwirtschaft.

Die biologische Landwirtschaft orientiert sich mit höchster Aufmerksamkeit und enormem Engagement für den Schutz unserer Umwelt, für die bestmögliche Reinerhaltung von Boden, Wasser und Luft. Mensch, Tiere und Umwelt bilden eine Einheit und müssen im Einklang miteinander leben. Das Ziel ist eine leistungsstarke Wirtschaft, die auf die Erhaltung und den Schutz des gesamten Systems Rücksicht nimmt und somit nachfolgenden Generationen bessere Lebensbedingungen ermöglicht.

Bio- Produkte sind immer noch etwas teurer als Produkte aus dem konventionellen Anbau, und das hat seine Gründe. Die Bearbeitung und Herstellung biologischer Produkte ist aufwändiger und kostenintensiver als die Produktion herkömmlicher Waren. Im Bio-Anbau werden keine chemischen sondern nur organische Düngemittel verwendet. Das Spritzen mit Pestiziden ist untersagt, stattdessen findet man auf Biobauernhöfen angelegte Mischkulturen, die sich gegenseitig ergänzen und fördern. Das ist zeit- und arbeitsintensiv. Auf biologisch bewirtschafteten Flächen ist die Artenvielfalt so hoch, dass es für Schädlinge genügend natürliche Feinde gibt. Dadurch ist eine giftfreie Schädlingsbekämpfung möglich.

FleischDie ökologische Landwirtschaft setzt sich für eine gesunde und artgerechte Tierhaltung ein. Die Tiere haben genügend Platz und Bewegungsfreiheit im Stall. Rinder, Puten und Hähnchen wachsen gesünder aber langsamer auf. Auch bekommen sie genügend Auslauf im Freien, was nicht nur für die Tiere von Vorteil ist. Auch die Menschen profitieren von dieser Tierhaltung, denn das Fleisch solcher Tiere ist magerer und zarter, schmackhafter, saftig und besitzt eine gesunde Farbe. Die Qualität ist einfach sehr gut.

Da jedes Tier genug Platz für sich beanspruchen kann können weniger Tiere gehalten werden, das bedeutet aber auch weniger Fleisch, weniger Milch und weniger Eier. Das ist mit ein Grund dafür, weshalb Bioprodukte preislich etwas höher liegen. Auf Pestizide und chemisch- synthetische Pflanzenschutzmittel wird verzichtet. In den Produkten befinden sich keine Rückstände von Antibiotika, Wachstumsförderern oder Tiermehl. Die Betriebe bauen das Futter für ihre Tiere selbst an und muss doch einmal Futtermittel zugekauft werden, stammt es ebenfalls aus biologischem Anbau.

Auch für Bio- Lebensmittel gibt es strenge Richtlinien. Es werden weder Farb- noch Konservierungsstoffe eingesetzt. Auf den Einsatz von Geschmacksverstärker und Antioxidantien, so wie Emulgatoren, Stabilisatoren, Süßstoffen oder künstlichen, naturidentischen Aromen, wird verzichtet. Stattdessen verwendet man Ascorbinsäure (Vitamin C), Zitronensäure oder Pektin. Die Lebensmittel enthalten keine gentechnisch- veränderten Organismen.

Für „echte“ Bio-Produkte existieren Richtlinien, die u. a. strenge Kontrollen bei allen Prozessen, von der Erzeugung bis hin zur Verarbeitung, Produktion und zum Handel, vorschreiben. Diese Richtlinien haben in der ganzen EU Gültigkeit. Bio-Produkte müssen gekennzeichnet sein, damit der Verbraucher informiert wird über das, was er zu kaufen beabsichtigt. Ein Bio-Produkt ist im Geschäft an einem Zeichen, dem Zertifikat oder auch Gütesiegel genannt, zu erkennen und mit einer Kontrollnummer ausgezeichnet. (DE steht für Deutschland und die Nummer steht für die die betreffende ÖKO- Kontrollstelle) Dadurch wird ein wirklich biologischer Anbau des Produktes garantiert.
Laut EU- Richtlinien müssen bei einem Produkt mindestens 95% der Grundzutaten aus ökologischem Anbau stammen, damit es „Bio“ genannt werden darf.

PilzeNeben dem staatlichen Gütesiegel existieren noch einige weitere Gütezeichen. Zum Beispiel „Bioland“, „Naturland“, „Demeter“, „Gäa“, „Ökosiegel“ und „Biokreis“ . Demeter legt beispielsweise großen Wert darauf zu betonen, dass die von ihnen hergestellten Produkte aus 100% igem ökologischem Anbau stammen. Biologische Lebensmittel, die den EU Richtlinien entsprechen, können Bezeichnungen wie „ organisch- biologisch“, „ökologisch- biologisch“ oder „aus kontrolliert biologischen Anbau“ tragen. Allerdings sind Begriffe wie „kontrolliert“, umweltschonend“, umweltfreundlich“ oder „Vertragsanbau“ keine Garantie für „echte“ biologische Lebensmittel.

Biologische Lebensmittel sind durch ihre natürlichen Inhaltsstoffe und ihre natürliche Herstellung weniger belastet und dadurch gesünder als konventionell hergestellte Nahrungsmittel. Bio-Produkte enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe, schmecken natürlich, intensiv und aromatisch.

Die Produktion von biologisch hochwertigen Lebensmitteln entwickelt sich immer mehr zu einer professionellen, wirtschaftlichen Branche. Bio- Produkte haben im Laufe der Jahre ihren Weg in alle gesellschaftlichen Schichten gefunden. Der Kauf von biologischen Lebensmitteln gehört für viele zu ihrem persönlichen Lebensstil dazu. Der Bio- Trend belegt ein neues Qualitätsbewusstsein der Verbraucher und einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren und Umwelt. Auch ist das Interesse der Menschen am eigenen Wohlbefinden und der Gesunderhaltung ihres Körpers durch eine gesunde und trotzdem genussvolle Ernährung gestiegen, und viele sind dafür gern bereit, „etwas tiefer“ in die Tasche zu greifen.

Biologische Lebensmittel werden in Bioläden, Reformhäusern aber auch in vielen Supermärkten angeboten. Bei der mittlerweile sehr großen Auswahl ist es wichtig, sich zu gut informieren und wenn nötig auch gezielt nachzufragen.

Biolebensmittel gibts nicht mehr nur im Bioladen