Bier
ist ein alkoholhaltiges und kohlensäurehaltiges Getränk,
das durch einen Gärungsprozess von Wasser, Hopfen, Malz und
Hefe entsteht. Woher das Wort Bier stammt ist unklar. Es könnte
von dem lateinischen Begriff „biber“, was soviel wie
„Trank“ heißt abgeleitet worden sein oder vom
englischen „Ale“ stammen. Fest steht, dass Bier bereits
schon sehr früh bekannt war. Die Römer benannten es
nach Ceres, der Göttin der Feldfrüchte, und die Kelten
bezeichneten das Bier als „Korma“.
Alles begann in den Klosterbrauereien des Mittelalters. Damals
besaß das Bier aber noch einen geringen Alkoholgehalt und
wurde auch von Kindern getrunken. Wegen seiner Kalorienhaltigkeit
durch das verarbeitete Getreide, war es für die Ernährung
damals sehr wichtig. Durch den großen Bierkonsum wurden
Steuern auf das Getränk erhoben, um die Staatskasse aufzubessern.
Zunächst kannte man nur das obergärige Brauverfahren.
Dann kam das untergärige, bei Minusgraden mögliche Verfahren
dazu. Im Jahre 1814 braute Anton Dreher aus Wien das erste untergärige
Lagerbier. Dieses Verfahren setzte sich durch. Josef Groll entwickelte
im Jahre 1842 , aus der bayrischen Brauart, bei der leicht geröstetes
Malz verarbeitet wurde, den ersten Brausud für das Pilsener
Bier, das im selben Jahr als „Pilsener Urquell“ ausgeschenkt
wurde und sich großer Beliebtheit erfreute. Bei einem obergärigen
Verfahren steigt die Hefe an die Oberfläche. Durch die höhere
Gärungstemperatur entwickelt sich ein fruchtiges Aroma.
Obergäriges
Bier kennt man als Altbier, Berliner Weiße, Kölsch,
Weizenbier und einigen mehr. Das obergärige Bier war früher
nicht besonders lange haltbar. Heute ist jedoch eine Lagerung,
ähnlich der von untergärigen Bieren, möglich. Bei
einem untergärigen Verfahren, das bei Temperaturen bis unter
10° Celsius stattfinden kann, sinkt die Hefe auf den Boden.
Das Bier ist länger haltbar. Bekannte Sorten des obergärigen
Bieres sind u. a. Bockbier, Dunkles, Pils und auch Schwarzbier.
Es gibt aber auch noch spontangärige Biere. Sie werden ohne
Hefe hergestellt. Der Gärungsprozess dauert etwas länger,
denn er entwickelt sich von allein, ohne Hilfe von Zusätzen.
Zunehmend beliebt sind alkoholfreie Biere. Vor allem Autofahrer
greifen gern auf ein alkoholfreies Bier zurück. Diese Biere
weisen einen Alkoholgehalt auf, der zwischen 0,02 % und 0,5% liegen
kann. Bei Biermischgetränken dagegen findet man einen 50%igen
Bieranteil vor. Hier wird das Bier mit diversen Säften gemischt.
Um das wohlschmeckende Bier auch angemessen verkaufen und servieren
zu können, wurden viele verschiedene Gefäße hergestellt.
Man bekommt das Bier in Flaschen, Fässern und Dosen.
Für die einzelnen Biersorten gibt es spezielle Gläser,
wie das gerade geformte Altbierglas, das bauchige Pilsglas mit
Stiel oder aber das Weizenbierglas mit seinem ausgefallen geformten
Design. Ein Reinheitsgebot für Bier gibt es bereits seit
1516 und bis 1993 wurde auch danach Bier gebraut. Es besagte,
dass nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe verwendet werden durften.
Ein unverfälschtes, echtes und natürliches Produkt war
und blieb das Resultat. Seit 1993 existiert ein Biergesetz in
Deutschland, nachdem bis heute gebraut wird. In Deutschland gibt
es aus gesundheitlichen und steuerrechtlichen Überlegungen
heraus verschiedene Biergattungen, die nach ihrem Stammwürzgehalt
oder ihrem Alkoholgehalt eingestuft werden. So sollte ein Einfachbier
zwischen 1,5% und 6,9% Stammwürze enthalten. Ein Starkbier
darf sich nur Starkbier nennen, wenn es mindestens 16% Stammwürze
besitzt. Dazwischen liegen noch Schankbiere mit 7% bis 10,9% und
die so genannten Vollbiere mit 11% bis 15,9 % Stammwürze.
Damit
das Bier in gleich bleibend guter Qualität auf den Markt
kommt, werden während der Herstellung Stichproben vorgenommen,
bei denen der Geschmack, der Geruch, die Farbe und das Aussehen
der Biere genauestens geprüft werden. Sollten doch mal qualitativ
gravierende Unterschiede festgestellt werden, ist es erlaubt zu
versuchen, durch den „Verschnitt“ mit anderen Produkten,
die gewünschte Qualität zu erreichen. Bier ist in unserer
heutigen Gesellschaft ein anerkanntes Konsumprodukt geworden.
Das hat zur Folge, dass sich durch den Alkohol bedingte Erkrankungen,
schleichend bei den Konsumenten einstellen.
Alkohol macht abhängig und süchtig und der Alkoholismus
ist bereits eine anerkannte Krankheit. Thesen, dass Bier, in Maßen
genossen, der Gesundheit förderlich sein könne, sind
sehr kritisch zu betrachten. Fest steht, dass regelmäßiger
Alkoholgenuss in die Alkoholabhängigkeit führen, das
Gedächtnis in Mitleidenschaft ziehen und Auslöser für
Krebserkrankungen sein kann. Auch die Information, mäßiger
Bierkonsum helfe bei der Reduzierung des Gewichtes, ist mit einer
gesunden Portion Skepsis zu begegnen. Die Praxis zeigt uns recht
viele Biertrinker, mit dem so genannten „Bierbauch“
denn in Brust und Bauch kann es zu unerwünschten Fettablagerungen
kommen. Dazu verstärkt Bier nachweislich das Hungergefühl
und lässt uns öfter zu Snacks und Chips greifen, als
wir es eigentlich wollen.
Das stärkste Bier der Welt ist das Barley Johns Rosies Al
mit einem Alkoholgehalt von 28%. In Deutschland heißt das
stärkste Bier „Donnerbock“ und besitzt einen
Alkoholgehalt von 13%.